„Komm, lass uns Vertrauen aufbauen damit ich fremdgehen kann.“

Er – laut Profil 31 – schrieb mich mit folgender Mail an:

Sehr interessant –  deine „Liebe zum Intellekt“. Habe ich auch bisweilen. Also i.d.R. fange ich gerne an, über soziale Normen und dergleichen zu philosophieren. Vllt, weil ich diese einerseits zu starrsinnig finde, mich aber doch selbst ihnen füge – was irgendwie paradox ist. Wie auch immer.

Ich bin verheiratet, eigentlich unheimlich treu und habe doch tief in mir das Verlangen, fremde Haut zu berühren. Gleichzeitig wünschte ich mir, dem wäre nicht so.  Darum suche ich tendenziell zunächst einmal einen Austausch. Ich würde auch nie mit jemandem sexuell verkehren, dem ich nicht vertrauen kann, dafür ist mir meine Ehe zu wertvoll.

Ich bin auf jeden Fall ein langfristiger Mensch, wenngleich ich es nie schaffte, eine freundschaftliche & tiefsinnige Beziehung zu einer Frau, bei der ggs. Attraktivität herrscht, allzu lange zu halten. Das mag daran liegen, dass ich nie mit denen verkehrt habe, die … naja – so wie viele hier im Forum – sehr sexgepolt sind und sehr umtriebig leben. Und dem Rest der Frauen ist es dann doch eher unangenehm, wenn da was zwischen einem ist und sie genau wissen – ich kommuniziere das ja auch ehrlich – dass ich niemals nie meine Frau verlassen würde.

Darf ich fragen, was es bei dir so an Lebenseckdaten gibt, die dich hierher geführt haben? Bist du eigtl. in Beziehung oder Single?

LG

Hallo Mr. „ich“,

deine lange Mail hat mich sehr gefreut, aber der Inhalt weniger.

<— besonders das hier.

Mir geht’s da einfach um’s Prinzip, dass da viele einfach offener zu den Schreibpartnern sind, als zu den eigenen Ehefrauen daheim.

Die Offenheit dem Thema Sexualität gegenüber und meine Sapiosexualität.
Ich führe eine offene Beziehung – von Anfang an.

Grüße, Mina

Also darf ich annehmen, dass du Anstoß daran nimmst, dass nicht jeder deinem Prinzip der offenen Beziehung teilt? 😉 

Ich entnehme deiner recht flotten rationalen Antwort, dass Kontakt zu mir eher einem NoGo entspricht?

Du fragst nach, und das is gut, denn ohne Nachfragen kommt es schnell zu Missverständnissen.

Also darf ich annehmen, dass du Anstoß daran nimmst, dass nicht jeder deinem Prinzip der offenen Beziehung teilt?  😉

Ich nehme in erster Linie Anstoß daran, dass viele hier (und in anderen Foren/auf anderen Plattformen) nach Frauen „zum Fremdgehen“ suchen – sei es durch Aufbau von Vertrauen oder „mal eine schnelle Nummer schieben um den Sexdrang zu befriedigen“. Ich nehme Anstoß daran, dass es hinterrucks hinter dem Rücken der Partnerin geschieht, die doch den meisten Respekt und die meiste Ehrlichkeit erhalten sollte.

Ich entnehme deiner recht flotten rationalen Antwort, dass Kontakt zu mir eher einem NoGo entspricht?“ Meine Antworten sind grundsätzlich rational, da dies meinem Wesen (Jungfrau-Aszendent) entspricht. Weiß nicht was ich davon halten soll. 

Ein Teil freut sich! Jö, ein Langhaariger, der andere Teil is enttäuscht dass du so ein „potentiell-Hintergeher“ bist/wärst/werden könntest.

Ich frage nach, weil du zwar subtil dein Missfallen ausdrückst, aber keine klaren Ansagen machst ;)“

Hach dein Arbeiten mit Zitaten zwingt mich ja regelrecht, es dir gleichzutun *g*

„Ich nehme in erster Linie Anstoß daran, dass viele hier (und in anderen Foren/auf anderen Plattformen) nach Frauen „zum Fremdgehen“ suchen – sei es durch Aufbau von Vertrauen oder „mal eine schnelle Nummer schieben um den Sexdrang zu befriedigen“. Ich nehme Anstoß daran, dass es hinterrucks hinter dem Rücken der Partnerin geschieht, die doch den meisten Respekt und die meiste Ehrlichkeit erhalten sollte.“

Ich wette, das sagt dir so ziemlich jeder hierauf: Du hast völlig Recht, das ist – moralisch/ethisch betrachtet – scheiße. Du sprichst aus einer offenen Beziehung heraus. Für dich ist das normal, dass man dem Partner „fremdgeht“, dass man sich auslebt und Zuhause sein warmes Nest hat. Für mich wäre das nicht möglich. Einerseits, weil meine Partnerin das niemals könnte. Da wäre auch ein Dreier oder sonst irgendwas undenkbar. Andererseits, weil ich es auch nicht ertragen könnte, wenn ich wüsste, dass ich sie mit x anderen teile.

Eigentlich möchte ich genau das, was ich habe. Eine ewigwährende Beziehung, monogam. Vielleicht habe ich den „Fehler“ gemacht und vorher sexuell in keinster Weise gelebt. Oder es liegt einfach an der männlichen Fehlbarkeit, dem schwachen Fleisch whatever.

Ich habe tendenziell eher weibliche Freunde. Frag nicht, irgendwie verhalte ich mich nicht typisch männlich genug, fürchte ich und man missbraucht mich gerne als Kummerkasten. Es ergibt sich in solcherlei Beziehungen häufig, dass da Gefühle entstehen. Ich möchte so etwas gerne abklären, weil es mich kirre macht.
Solcherlei Freundschaften, die nie zu Sex oder dgl. führten; wie gesagt, das waren keine Menschen, mit enorm liberalem sexuellen Gedankengut, haben mich zum Nachdenken gebracht. Ist es richtig, dass ich auf etwas verzichte, dass ich scheinbar sehr begehre, weil es meinen Partner verletzen könnte? Ich habe das lange mit Ja beantwortet. Ich habe mich beruflich und sportlich verwirklicht und es kompensiert. Aber irgendwann kam ich zu der Überzeugung, dass es eine Gewissenssache ist.

Wenn ich jmd. kennenlerne, dem ich vertrauen kann, der meine Ansicht versteht und die „Würde“ meiner Ehe respektiert kann ich mir diesen „Mangel“ entfernen. Wahrscheinlich feststellen, dass ich es gar nicht so brauche, wie gedacht und damit gut abschließen. 

Du kannst natürlich weiter die moralische Keule schwingen und auf mich einprügeln, aber ich habe jahrelang darüber nachgedacht und mir die Offenheit dafür sehr rational überlegt. Darum kannst du mich damit nicht wirklich treffen 

„Ein Teil freut sich! Jö, ein Langhaariger, der andere Teil is enttäuscht dass du so ein „potentiell-hintergeher“ bist/wärst/werden könntest.“ Och die Wahrscheinlichkeit dafür ist gar nüch so hoch. Es mag sich kitschig anhören, aber mir reicht reine sexuelle Anziehung nicht für Sex. Abgesehen davon, dass ich – wie gesagt – der Person vertrauen können muss, sollte sie optisch ansprechen und … mh … im Geiste eine Übereinstimmung bestehen. Ich mag mit der Person ein Verständnis haben. Das merkt man eh recht schnell, ob man mit wem wirklich kann oder nicht. Ich denke, dass viele ein Verständnis spielen, nur um ne Frau in die Kiste zu bringen. 

Was unsre sexuellen Vorlieben angeht, werden wir auch nicht unbedingt das Traumpaar: Ich finde „deinen Fetisch“ nicht reizvoll, von langem Lecken wird mir die Zunge steif. Davon abgesehen find ich das blöd, wenn Frauen – in ihrer Machtposition, nachdem sie lauter hirnlos nach Sex gelüstende Männer um sich haben – davon ausgehen, dass sie diese wie Marionetten zu ihren Sexwerkzeugen machen können, die sie dann stundenlang lecken *g* 69 find ich okay, da haben wenigstens beide was davon. 

Guten Morgen,

Also ich weiß nicht wo du das als einPRÜGELN empfindest, ich hab nur meine Skepsis geäußert und meinen Standpunkt angeführt.

 

[…] Ab wann würde Lecken als ausdauernd zu formulieren sein? Wenn ich ausdauernd laufen gehe sind das Stunden, ausdauernd im Handstand stehen kann schon ab 10 min gelten. Doch Lecken? Naja.

Aber seien wir uns doch mal ehrlich: Ich habe dich angeschrieben, weil dein Profil interessant klang und ich dachte, dass du wirklich nach tiefsinnigen Gesprächen suchst. Hingegen gewinne ich den Eindruck – und ich mag mich irren aber das ist nunmal das, was ich hier herauslese – dass dein Profil eher deine Person mystifizieren soll oder den Pöbel abschrecken was auch immer.
Viel eher sehe ich hier recht wortkarge Zerpflückerei meiner Texte, die wirken, als suchtest du nach Fehlern mit denen du mich infrage stellen kannst.
Über den Nutzen dessen mag man sich streiten. Eleganter ist es doch, einem Menschen gar nicht zu antworten.

Schade, wenn du nicht dem entsprichst, was ich dachte, aus deinem Profil herauszulesen. Wenn ich mich irre, magst du mir gerne das Gegenteil beweisen, aber bevor du dir die Mühe dazu machst überlege dir doch, ob du dem hier überhaupt eine Chance gibst oder nicht. Ich plane nicht zu Boden zu kriechen und mich für jegliche Aussage, die ich – als sehr direkter Mensch – treffe, seitenweise zu verteidigen.

Und das hab ich dann auch gemacht  – und ihm nicht mehr geantwortet.

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