Meet & Greet mit der Jägerin ODER: „Surreal – aber schön“

Es gibt da diese Aussage von Hugh Grant in dem Film Notting Hill, wo er zufällig einer US-amerikanischen Schauspielerin (Julia Roberts) über den Weg läuft. Nachdem sie sich verabschieden meint er, es sei surreal, aber schön gewesen.

Genau so erging es Simon Anfang Juni, der mich Anfang des Jahres mit folgenden Worten kontaktiert hatte:

Hallo Mina, hoffe alles ist gut bei dir.

Es scheint zwar, dass du nicht mehr wirklich aktiv bist auf deinem Blog, dennoch dachte ich mir einfach, ich schreib mal :). Ich bin 23 Jahre alt, und hatte wie du dir vielleicht denken kannst keine wirklichen Erfahrungen, ich bin ein ziemlich introvertierter Mensch und hab Schwierigkeiten Kontakt mit neuen Menschen aufzubauen ( selbst diesen Kommentar zu schreiben hat mich Überwindung gekostet), dann bin ich auf deinen Blog gestoßen und fand dich auf Anhieb sehr sympathisch und empathisch weshalb ich mir dachte, ich muss es Versuchen, wenn ich ehrlich bin hatte ich immer wieder Gelegenheiten Erfahrungen zu sammeln, letztendlich war ich dann so nervös das letztendlich nichts daraus geworden ist. Ehrlich gesagt weiß ich nicht was genau ich mir hier vorstelle zu erreichen, aber selbst ein nettes Gespräch würde mir schon reichen. 🙂

Etwas über mich:
Ich bin 177 groß, 67 kg schwer, hab eine abgeschlossene Ausbildung, hab früher viel Sport gemacht, jetzt durch Corona deutlich weniger, hab längere dunkle Haare, mehr würd ich dir dann privat sagen. Würde mich freuen von dir zu hören.“

Also hab ich mich dann bei ihm gemeldet und wir haben einige Mails hin und her geschrieben. Anfang Juni hatte es sich nun ergeben, dass ich erstmalig in Fürth (Bayern) zu gegen war und bot ihm an, da er nur 2h von dort entfernt wohnte, dass er mich – falls er Zeit hat – gerne dort besuchen könne. Und tatsächlich, er sagte zu und tauchte auf. 🙂

Wir gingen in der Natur spazieren und später zogen wir uns auch in der Natur zurück, um zu knutschen, weil er da gerne Feedback von mir gehabt hätte. Und er machte seine Sache richtig gut, nur mit dem Körperkontakt selber war er noch etwas steif und konnte sich nicht so richtig zum kuscheln und umarmen fallen lassen. Ich würde ihn gerne wieder treffen, um mit ihm zu üben.

Bisher hat er sich (und wir haben bereits bald Mitte August) nicht mehr bei mir gemeldet… also mal schauen, ob das noch mal was wird…

Gone, just gone… (Weg, einfach weg)

Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende?

Wie schüchtern kann ein Mensch sein, um lieber alles vorzeitig zu beenden, noch bevor es überhaupt richtig angefangen hat?

Für den Fall, dass du das hier liest: Du hast mich mit deiner Aktion sehr verletzt. Ich hab mich dir schriftlich geöffnet und freute mich schon auf unser Kennenlerntreffen und dann… sind deine beiden Nicks auf den beiden Plattformen einfach innerhalb des Nachmittags gelöscht. Einfach so. Und ich bin verletzt und unter Schock zurückgeblieben.

Keine Erklärung, kein Warum, einfach gelöscht und weg. Einfach aus dem Nichts heraus.

Inzwischen bin ich alt genug um zu wissen, dass das nicht an mir lag. Dass du womöglich aus einer Kurzschlussreaktion heraus gehandelt hast. Du konntest ja nichtmal meine „Danke“, meine Wertschätzung im Zuge unseres Malverlaufs richtig annehmen…

Dennoch ewig schade, dass du dich nicht getraut hast. Ich bin mir sicher, es wäre sehr schön geworden.

Thank you for trying… farewell.

„How could you let it come to this?
You gave me all that I will always miss
How could you let it end like this?
Now all I do is sit around and reminisce“

„Du kannst alles mit mir machen was du willst, heute bin ich dein Spielzeug.“

Ich kannte ihn (21) schon von letztem Jahr (nennen wir „ihn“ hier Julian). Bei Julian und mir (37) hat die Chemie von Anfang an gestimmt. Er hatte mich, als er zarte 19 war, im Erotikforum angeschrieben und war er mir noch zu jung. (Ich bevorzuge junge Männer ab 20.) Letztes Jahr hatte ich für die Steiermark inseriert, wo ich beruflich unterwegs war und da war dann unser erstes Treffen zu Stande gekommen. Schon bei der Begrüßungsumarmung merkte ich, dass die Chemie für mich passte. Wir spazierten durch ein Waldstück hin zu einem See, wo wir und dann küssten und dort auch rumgemacht haben. Dann war gut ein Jahr Funkstille.

Dieses Jahr inserierte ich erneut und siehe da, er hatte sich wieder gemeldet. Anfangs war ich unsicher, ob ich mich drauf einlassen sollte, denn zwischenmenschlich war ja über 12 Monate kein Kontakt aufgebaut worden und ich bin halt nun mal der Freundschaft-plus-Typ. Von dem her war es dann fraglich, wie es dann sein würde, wenn wir erneut nach dieser längeren Zeitspanne aufeinandertreffen würden. Letztendlich hatte ich jedoch mein Körper positiv, und ohne krampfiges Bauchgefühl auf ihn reagiert, weshalb ich ihm dann das Okay für ein Wiedersehen gegeben hatte.

Als Julian mir online schrieb er sei da (wir hatten damals keine Nummern ausgetauscht), hatte ich Mühe, ihn wiederzuerkennen. Nicht, weil er sich stark verändert hätte, es war eher so gewesen, dass mein Verstand sein Aussehen gar nicht erst im Langzeitgedächtnis gespeichert gehabt – so kam es mir jedenfalls vor.

Wir umarmten und flüchtig und unemotional, weil er schon dringend auf’s WC musste (wie er mir zuvor geschrieben hatte). Nachdem das erledigt war, spazierten wir wieder zum selben See, entlang dem Waldstück. Die gut 15 Minuten Fußweg zogen sich, weil wir beide erst wieder Zugang zueinander finden mussten. Es folgte das mir verhasste Smalltalk-Geplaudere über’s Wetter, über Sommerpläne und wie unser beider Jahr so war.

Wenngleich wir uns schon begegnet waren, so war es doch so, als träfen da zwei Fremde aufeinander. Es galt erneut miteinander „warm“ zu werden. Ob uns das im Laufe des Abends (das Treffen fand ab 19:30 statt) gelingen würde? Fraglich. Es war irgendwie alles offen. Keiner von uns konnte vorab einschätzen, wie alles verlaufen würde, es gab nur das Hier und Jetzt auf dem Weg in Richtung Zukunft.

Angekommen am See

Julian breitete die von ihm mitgenommene, große Picknickdecke, die er extra für unser Treffen letztes Jahr gekauft hatte, auf der Wiese aus und ich freute mich, dass er sie wieder mithatte. Er meinte, seit damals sei sie nicht mehr zum Einsatz gekommen.

So saßen wir also auf der Picknickdecke und waren beide verlegen und verhalten. Er aß dann noch einen Apfel, worüber ich sehr dankbar war, denn bei der Begrüßung hatte ich schon diesen typischen Mundgeruch von wegen „länger nichts gegessen“, was er mir auf mein Nachfragen hin auch bestätigt hatte, dass er zuletzt zu Mittag etwas gegessen hatte. Ich meinte ganz ehrlich zu ihm, dass ich ihn ohne den Apfel nicht in Erwägung ziehe in zu küssen, weil das für mich als Geruchsensible halt so gar nicht geht. Dann wieder Schweigen. Ich merkte die Anspannung in meinem Bauchgefühl. Es war eine Situation für sich. Schließlich ergriff ich wieder das Wort und gab offen und ehrlich zu, dass ich erst wieder mit ihm „warm“ werden müsse. Es sei ein zweites, erneutes Zusammenfinden und er stimmte mir dabei zu, weil er es genau so empfand.

Als er fertig gegessen hatte, fragte ich ihn, ob er sich hinlegen wolle, und das tat er dann auch, mit einer dünneren, weißen Decke als Kopfpolster. Ich kuschelte mich an ihn, legte meinen Kopf auf seinen wohlgeformten Brustkorb und streichelte ihm den Arm. Er umfasste mich beschützend mit seinen Armen und ich fühlte wieder das selbe Gefühl der Geborgenheit, wie damals, wenngleich ich noch wie vor auch mein angespanntes Bauchgefühl wahrnahm. Ein Teil von mir war darauf und daran sich zu entspannen aber mein Bauchgefühl streikte, es war immer noch auf der Hut. Bloß keine erneute Verletzung riskieren.

Unsicherheit und Unwissenheit

Damals wollte er mit mir in Kontakt bleiben, aber wir fanden schriftlich keinen Draht zueinander – es hatte in der weiteren schriftlichen Kommungikation zu viele Missverständnisse gegeben also wurde es seinerseits radikal beendet – dennoch hatte ich ihn nicht blockiert gehabt. Wir lagen gefühlt etwa 15 Minuten so da und es veränderte sich nichts in meinem Bauchgefühl also beschloss ich, es direkt anzusprechen. Ich begann zu weinen und meinte, dass mich das damals sehr getroffen hatte, das er das so radikal beendet hatte. Ja,… er wisse jetzt auch rückblickend betrachtet, dass er damals zu negativ drauf war und zu sehr in seinen alten Denkmustern gefangen. Ich sei halt so anders, als die, mit denen er sonst so schreiben würde – weil ich halt längere Mails brauchen würde und damit mehr Aufmerksamkeit. Nur habe er mir das eben nicht geben können.

Er entschuldigte sich bei mir, er meinte er hätte mich damit nicht verletzen wollen und zog mich ein Stück weit noch beschützender und tröstender an sich. Ich weinte und schluchzte weiter vor mich hin und er tröstete mich mit seinen Streicheleinheiten. Nachdem das angesprochen und herausgeweint war, ging es mir etwas besser. Er versicherte mir, dass wir nichts überstürzen würden und er sich voll und ganz meinem Tempo anpassen würde. Er werde mich zu nichts drängen, er gäbe die ganze Kontrolle in meine Hände ab. Auch das gewährte mir Sicherheit. Ich meinte – immer noch schluchzend – dass ich ihm mehr als das Hier und Jetzt nicht bieten könne und dass ich demnach keine Ahnung habe, wie es mit unserem Treffen weitergehen werde. Das schien er zu akzeptieren, denn er meinte, er wisse es auch nicht… Also beschlossen wir beide zu sehen, wo hin der Moment uns tragen würde…

Alles ausgesprochen

Nachdem alles ausgesprochen war, fühlte ich mich erleichtert und begann mich allmählich zu entspannen. Er erzählte mir, dass es nach unserem Treffen letztes Jahr keine anderes Treffen mehr gegeben habe. Es habe sich nichts ergeben und sein Fokus sei auch damals dann mehr auf den Zivildienst verlagert worden. Schließlich kam es dazu, dass sich unsere Köpfe einander annäherten und wir uns zaghaft aber schließlich zärtlich küssten. Ich empfand es als sehr schön, ihn wieder küssen zu können – zumindest das war „wie damals“. Diesmal waren da keine falschen Hoffnungen, weil ich einfach nur im Moment war und den Moment lebte.

Wir küssten und kuschelten weiter und so verflog die Zeit. Das Bauchgefühl war wieder geglättet und ich konnte mich voll und ganz auf meine wachsende Erregung fokussieren. Allmählich war ich soweit, mich fallen lassen und all seine Berührungen umso mehr genießen zu können. Es fühlte sich für mich gut, richtig und stimmig für diesen Moment an. Irgendwann lag ich angezogen auf ihm, küsste ihn und rieb mich an ihm. Da kam plötzlich die Frage, ob ich denn gerne irgendwie genannt werden wolle. Ich war mir nicht sicher, worauf er hinaus wollte, stellte aber klar, dass ich sicher keine derben Ausdrücke hören wolle. Nein, das meinte er nicht… „Was dann?“, wollte ich von ihm wissen. Er zögerte herum und sagte schließlich: „Ich weiß nicht ob das was für dich ist…“ Ich hatte da schon so eine Ahnung und bohrte nach: „Na sag mal.“ Er: „Mommy“ Ich, wie aus der Pistole geschossen: „Perfekt.“ und begann ihn weiter abzuschmusen. Es war eine Mischung aus Erleichterung und Erregung die ihn in diesem Moment dann überkommen hatte und er sprach es erneut aus: „Mommy.“ Und ja, es erregte mich auch. Es war der erste Typ, der mich je so nannte und es gefiel mir. Ein 22 Jähriger aus der USA hatte mich auf einer Fetisch-Plattform auch schon gefragt, ob er mich bei unserem Treffen dann so nennen dürfe, und ich meinte, ich hätte nichts dagegen. Im Gegenteil: Je mehr er mir von seinen „Mommy“-Fantasien erzählte, desto mehr erregte es mich. (Das lag wohl vermutlich daran, dass sich bei mir ein weiterer Schritt in Sachen erotische Laktation gepaart mit Adult-Play entwickelte…)

Er nannte mich MOMMY

Mami-gemäß befreite ich meine Brüste aus meinem BH und ließ ihn dran saugen, was er mit Hingabe auch tat – nicht zu fest, nicht zu leicht, einfach genau richtig. Während er nuckelte, seufzte er wieder: „Mommy“. Ich gab mich dem Ganzen voll hin und so kam es dann, dass die Klamotten immer weniger wurden und wir in der lauen Sommernacht uns gegenseitig aufheizten. „Du kannst alles mit mir machen was du willst, heute bin ich dein Spielzeug.“ sagte er lustvoll, das Ganze genießend. Für mich immer noch eine ungewohnte Herausforderung einfach das Okay zu bekommen, um ALLES machen zu dürfen was ich will – ohne Rücksicht auf Verluste. Ich hatte immer noch Hemmungen diesbezüglich, weil ich nicht so ein „ausnutz-Mensch“ bin, der einfach nur ich-bezogen handelt aber ich fing mal so an, indem ich mir mein Höschen auszog und mich auf sein Gesicht setzte. Genussvoll leckte er mich genau so, wie ich es gern habe und es war einfach eine Freude.

Später nahm ich auch sein Teil in den Mund und versuchte mich ein wenig zu revanchieren. Er hatte den dicksten Penis, der mir bisher untergekommen war. Länge etwa 21cm aber vom Umfang toppte er mit 15,5 cm alles, womit ich bisher so „gespielt“ hatte. (Und ja, ich hab mit dem Maßband daheim nachgemessen, weil er einen so dicken hatte, dass Daumen und Mittelfinger gerade noch zusammenfinden, wenn man damit einen Ring macht, um ihn damit zu umschließen.) Letztes Jahr hatte mich diese Tatsache doch tatsächlich etwas „eingeschüchtert“ und fallweise „überfordert“ gehabt, so einen „Prügel“ vor mir zu haben…

Trotz großer Erregung auf beiden Seiten gab es keinen Sex – weil ich es nicht wollte, weil mein Freund und ich gerade in der Kinderplanung sind und ich auf Nummer sicher gehen wollte. Auch mit Kondom wollte ich nichts riskieren (und außerdem ist die energetische Sache beim Sex, beim Orgasmus dann ja sowieso nochmal eine ganz eigene. Wer sich näher damit auseinandersetzen will, der liest das hier: https://neuesvonderjaegerin.wordpress.com/2017/02/09/pure-weibliche-sexuelle-energie/ ) Das hatte er auch respektiert.

Im Zuge unseres „Herummachens“ war es dann irgendwann soweit: Ich musste mal. Also hab ich kurzerhand entschlossen, da ich wusste, dass er Natursekt schon immer mal ausprobieren wollte, mich nochmal auf sein Gesicht zu setzen und dann, nach ein paar Leckeinheiten seinerseits, nach unten zu wandern und auf seinen Schwanz zu pissen – einfach so, ohne Vorwarnung. Er hatte mir ja die Erlaubnis gegeben, mich auszutoben, und das tat ich dann auch.

Im ersten Moment wusste er gar nicht wie ihm geschah, doch dann fand er es megageil, dass ich ihn damit so überrascht hatte, sodass er nur genussvoll stöhnte und es sich währenddessen selber machte…. Ich genoss diesen Anblick sehr und es machte mich auch sehr scharf, obwohl ich ohnehin schon sehr „angeheitzt“ war. 🙂 Er kam schließlich und ich genoss den Anblick seines Ejakulierens…Dann war ich mit dem Kommen an der Reihe und ich ließ mich zum Höhepunkt lecken.

Alles in allem doch noch ein gelungener Tag, ein gelungenes Treffen, trotz anfänglicher Startschwierigkeiten. Er begleitete mich zur Unterkunft zurück und machten uns für August aus, dass wir uns dann nochmal sehen würden, wenn ich erneut in der Gegend bin.

Mal schauen, ob es dazu kommt…

Nachtrag: Es war nicht mehr dazu gekommen, er hat sich nichtmal mehr eingeloggt seit damals… Schade… Aber immerhin herrscht für mich nun trotzdem ein klares Verhältnis. Es war schön, intensiv, aber eben nicht von Dauer…

Sowas soll/muss allerdings eine der wenigen Ausnahmen bleiben (so wie zuletzt bei Mr. Musketier, siehe

und: https://neuesvonderjaegerin.wordpress.com/2021/06/26/da-ist-noch-meer-zwischen-uns/ )

Würd ich so eine Nähe-Distanz-Situation mit mehreren anderen haben, würde ich emotional daran zerbrechen…. Da schaffe ich den Spagat einfach nicht…

Mindfuck is not brainwash

First fuck my mind – then my body

So manch sapiosexuellen Personen und „Normalos“ ist der Spruch „First fuck my mind – then my body“ schon untergekommen. Doch was bedeutet das im Klartext? Was ist ein „Verstandes-Fick“?

In meinem Fall bedeuet das:

Eine Person, die zuerst meine Intelligenz anspricht, die mich auf Grund ihrer Gedanken und Vorstellungen fasziniert, auf Grund ihrer Erlebnisse, Erfahrungen und auch durch die Art, wie sie sich verbal ausdrückt. Dazu gehören für mich lange Sätze mit Satzzeichen.

Bestenfalls ist diese Person dann emphatisch und weist nicht nur IQ sondern auch den oft zu wenig erwähnten EQ auf. Durch die Art unserer Kommunikation sind wir dann auf einer Wellenlänge.

Für mich beginnt es – insbesondere im Onlinedating-Bereich mit dem Signalisieren Interesse. Logisch – und auch wieder nicht. Denn ein bloßes: „Hi, ich wär an einem Nachmittag/Abend mit dir interessiert.“ ist da keinesfalls die Art der Interessensbekundung, die mich als Sapiosexuelle anspricht. Mein Gegenüber macht sich für mich erst mit einer langen Zuschrift interessant, indem er/sie darin etwas von sich erzählt und mich dann auch eventuell Sachen fragt, die mein Profil betreffen oder er/sie geht generell auf mein Profil ein, sodass ich merke: ja, diese Person hat sich schon vorab damit beschäftigt, wen er/sie anschreiben möchte…

Und im Zuge des Hin- und Herschreibens passiert es: Plötzlich geht mir die Person nicht mehr aus dem Kopf. Ich bin begierig mehr von ihm/ihr zu erfahren. Ich freue mich schon sehr auf die nächste Zuschrift und weiteren mentalen „Input“. Manchmal passiert es dann auch, dass mir manche von diesen Sätzen meines Gegenübers wieder einfallen – und er/sie ist so in meinem Kopf präsent. Ich bekomme Lust auf mehr! Lust die wandelt sich zu Sehnsucht und zu Verlangen.

Komm gib’s mir, lass mich mehr über dich erfahren, in deine Gedankengänge eintauchen, erfahren wie du tickst, was du brauchst, wie du’s willst – und bestenfalls leben wir es dann beim Kennenlernen gemeinsam miteinander aus.

So geschieht es, dass ich erst auf der mentalen Ebene stimuliert werde, und ich mich dann nach einer „ganzheitlichen Stimulation“ im Kennenlernkontext beginne zu sehen, sodass es nicht nur mental/geistig, sondern auch körperlich – und bestenfalls angenehm emotional wird.

Plumpes Sexten ist damit nicht zu vergleichen, weil es mir nicht um das Teilen von Vorlieben und Fantasien geht, sondern um den Menschen im Gesamten. Somit strebt es bei mir von Anfang an schon viel subtiler und tiefer.

Ah ja und noch was: Auch wenn es für viele enorm unsexy klingen mag: Für mich als Sapiosexuelle ist diese Frage wirklich essentiell und sehr, sehr hilfreich: „Könntest du dir vorstellen…?“ Dann denke ich mir das in meinem Kopf durch und gebe dazu mein Kommentar ab. Aber gleichzeitig, fühle ich durch diese Frage auch in mich hinein, ob es etwas mit mir macht und wenn ja, was es mit mir macht, wenn ich an dieses und jenes denke (was ich mir vorstellen soll).

Fazit: Die Persönlichkeit zählt enorm – sowie die Zeit, die man sich zum gegenseitigen Kennenlernen nimmt und der Wunsch sich verbal auszudrücken und auszutauschen. Allerdings ist ersteres erst bei einem realen Treffen wirklich erfahrbar.

Ein Beispiel aus meinem Postfach, das mir NULL gibt:

Mag sein, dass sich andere drüber freuen, aber für mich heißt das einfach nur: Nein danke, gibt mir nichts.

Daher:

Jagen in der freien Wildbahn

Ich hab’s wieder getan – mal wieder seit Langem: Jemandem ein Zetterl gegeben.

Neulich (22.6.) bei der Busstation in Wien: Da stieg einer in den selben Bus ein, der genauso aussah wie Sanjay: Selbe Statur, selber Hauttyp: Ein junger Inder mit langen, zusammengebundenen Haaren, Bart und schwarzer Brille. Es hatte mich voll geflasht, weil er ihm so ähnlich sah aber es nicht sein konnte, weil sich Sanjay erst die Haare kurz geschnitten hatte. Dennoch wurde ich neugierig auf dieses „Double“ von ihm und setzte mich im Bus gegenüber von ihm in die Reihe. Dort kramte ich dann im Rucksack nach irgendwas, wo ich für ihn etwas draufschreiben konnte. Mit einer total unsexy Billa-Rechnung wurde ich schließlich fündig (zum Glück stand nichts Peinliches oben, sondern nur Obst und eine Vegan-Bowl) und begann zu schreiben:

„Hi! Du siehst jemandem sehr ähnlich, bei dem ich mich sehr wohl fühle und deshalb würd ich gern herausfinden, ob das bei dir auch so ist. Daher würd ich DICH gern kennenlernen, darf ich?“ Dann meinen Vornamen, Mailadresse und Telefonnummer dazu.

Ungeduldig und innerlich sehr hibbelig beobachtet ich ihn dann während der Fahrt weiter. Er war voll und ganz auf sein Smartphone fokussiert. Zuvor hatte er sein Hörgerät in einem Behältnis verstaut und sich die Kopfhöhrer aufgesetzt. Er stieg vor mir aus, weshalb ich aufstand, und so tat als würde ich auch aussteigen und kurz bevor der Bus zum Stillstand kam, tippte ich ihn an und drückte ihm das 1x gefaltete Zettelchen lächelnd in die Hand, wo zu erkennen war, dass es sich handschriftlich geschrieben, um eine längere Nachricht handelte. Der junge Mann blickte mich sehr perplex an, nahm es aber doch an und stieg aus. Nach dem Aussteigen las er es und sah nochmal zu mir, wo ich ihn erneut durch’s Busfenster anlächelte. Sein Blick war immer noch sehr verstört…

Aber sieh an, noch am selben Tag hatte ich dann tatsächlich noch ein Mail von ihm erhalten:

Hi, mein Name ist Dinesh

Das dein Zettel im Bus mich überrascht hatte, wäre eine Untertreibung.

Aber wir können gerne schreiben.

Bin eig neugierig, was dich dazu bewegt hat!

Dinesh

Oh das freute mich, denn per Mail konnte ich dann so schön loslegen:

Hallo Dinesh,

ich freu mich, dass du dich getraut, und dich bei mir gemeldet hast. 🙂

Ja, die „Überraschung“ stand dir ins Gesicht geschrieben – du hast ziemlich perplex ausgesehen.

Danke, dass du mir die Chance gibst, dich ein Wenig kennenlernen zu dürfen.

Also,… umgekehrt war ich heut auch ziemlich perplex:

Es gibt da den Sanjay mit indischen Wurzeln, geboren und aufgewachsen in Wien, Jahrgang 2000, der letztes Jahr in mein Leben getreten ist und den ich als Freund inzwischen sehr schätze.

Er tut mir gut, ich tu ihm gut, und wir unternehmen gerne etwas zusammen, sei es chillen auf der Donauinsel, Songcontestparty, gemeinsame Kabarettbesuche oder Anime-Filmabende. Und als ich heute in den Bus einsteigen wollte, war ich total geflasht, weil ich im ersten Moment glaubte, er steigt in den Bus ein. Es konnte aber nicht sein, weil er hat inzwischen kurze Haare – aber sonst schaut ihr euch sehr, sehr ähnlich (wie ich finde). Und so kam es dann, dass ich nicht anders konnte, als nach einer Möglichkeit in meinem Rucksack zu suchen, um dir ein Zettelchen zu schreiben und meinem Impuls nachzugehen, welche Persönlichkeit sich hinter deinem Aussehen verbirgt. 🙂

Also daher meine Fragen an dich:

Woher entspringen deine Wurzeln?

Bist du auch Nichtraucher?

Wohnst du auch in XXXXXXXXXX oder warst du nur für Nachhilfe oder Ähnliches in der Gegend?

Was ist dir wichtig im Leben?

Was macht dich glücklich?

Wie ist das mit deinem Hörgerät: Wann brauchst du es? (Weil ich ja gesehen hab, dass du auch Kopfhöhrer verwendest.)

Kannst du die Gebärdensprache?

Worin gehst du in deiner Freizeit so sehr auf, dass dabei die Zeit nur so verfliegt?

Hast du Haustiere? (Ich hab 2 Katzen.)

Fragen über Fragen… – ich könnt noch mehr stellen, allerdings weiß ich noch nicht wie gern (und demnach wie viel) du schreibst. Ich bevorzuge längere Mails (wenn ich es mir aussuchen kann) und tippe meine Mails grundsätzlich am Laptop. Smartphone nutze ich keines, bloß ein gewöhnliches Tastenhandy zum Telefonieren und SMSen.

Liebe Grüße, Mina

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Und dann war es auch schon richtig losgegangen. Es folgten einige lange Mails, abwechselnd von ihm und mir und die Ausmaße nahmen Züge an, wo wir jeder dann eine Stunde lang an einer Antwort per Mail für den jeweilgen anderen saßen. 

So erfuhr ich, dass er ein 1997er Jahrgang ist (also aktuell 25), nur eine Busstation von mir entfernt wohnt und gerade erst in Wien seinen ersten Job begonnen hat und gerade mitten in einer „Abnabelungsphase“ von zu Hause ist, sodass er alleine wohnen und sein Leben damit noch selbstständiger leben möchte. Lustigerweise begegnete ich ihm gleich am nächsten Tag in der Früh wieder, weil er im Zug eine Station nach mir zugestiegen war. Zwecks unserem Zusammentreffen schrieb er: „[…] Da kann ich dir nur Recht geben. Als du mich eher das zweite Mal gesehen hast. War wie in einen Film. Ob es ein guter oder schlechter Film ist, bleibt abzuwarten. Aber es startet schon mal interessant. […]“ Demach brachte er auch eine gesunde Portion Skepsis mit – was ich gut fand, denn das kenn ich ja nur allzugut von mir. 

Es ging ein paar Tage mit langen, persönlichen Mails hin und her und so erfuhr ich bereits in kurzer Zeit eine Menge Persönliches über ihn. Er war überrascht, dass er sich mir, einer Fremden, so gut öffnen könne und ich fühlte mich sehr geehrt drüber, dass ich das über das geschriebene Wort „ausstrahle“ und scheinbar genug einfühlsam war, dass er dies vermochte.

Bereits in seiner dritten Mail hatte er mir ganz unverblümt geschrieben gehabt, nachdem ich ihn fragte, ob er auch sapiosexuell sei, weil er so gerne und viel schreibt:

„Zu meiner eigenen Sexualität kann ich nicht viel sagen, da meine Auslebung begrenzt war, durch meine persönlichen Umstände. Ich würde gern eine Person umarmen, meinen Kopf in die Brust legen und kuscheln. Ich glaube das wäre sehr friedvoll. Küsse in den Nacken etc.

Ich habe Online-Dating probiert und nur 1-2 unspektakuläre Dates gehabt. Mein erstes Mal war vor 5 Jahren, an das ich mich kaum erinnern kann. Das zweite Mal war in einem Bordell, da ich gerne wieder körperlichen Kontakt haben wollte. War ok. Nicht etwas, was einem emotional erfüllt. Aber vielleicht kann ich dann, wenn ich die Wohnung in ein paar Tage beziehe und versuchen erneut zu experimentieren. Aber mal schauen.“

Demnach hatte er auch noch nie geküsst oder gekuschelt oder einfach nur Händchen gehalten. Also ein sowas von KLASSISCHER Kandidat für mich! 🙂 Ich find das schon sehr spannend, ein so gutes „Radar“ zu haben, dass ich mir immer wieder ausgerechnet die (Kuss-)Jungfrauen rauspicke. ^^

Das war dann neben der langen, persönlichen Mailkonversation auch ein Grund warum ich innerhalb weniger Tage schon SEHR gehyped war und mich schon sehr auf ein baldiges Kennenlernen freute. Ich war froh, dass ich es zeitlich irgendwie gleich am Sonntag (26.6.) unterbringen konnte und dass alles bestens geklappt hatte.

Die erste richtige Begegnung

Wir trafen uns bei meiner Busstation um von dort aus auf die Donauinsel weiterzugehen. Ich war schon eine halbe Stunde vorher da, um mich mental schon in aller Ruhe vorzubereiten und auch, weil ich noch was lesen wollte und ich hatte es im Gefühl, dass Dinesh wahrscheinlich auch früher da sein würde – so war es dann auch – gegen Viertel stand er schon da, obwohl wir erst für Halb verabredet waren – deshalb war es auch gut, dass ich bereits vor Ort war. 🙂 

Wir begrüßten uns mit einer 5-Sekündigen Umarmung die er sich gewünscht hatte. Bei ihm wirkte es (so wie bei manch anderen), als hätte er auch bis 5 gezählt und sich mehr auf das Zählen als auf die Umarmung konzentriert. Aber ich nahm es innerlich mit Humor und verstand ja die Unsicherheit, die bei sowas mitschwingt, wenn man wen Neuen kennenlernt.

Fakt war jedenfalls, dass ich beim Umarmen wiedermal festgestellt hatte, dass er für mich gut roch und ich ihn gerne länger umarmt hätte. Für mich war diese Umarmung ein Stück Vertrautheit. Wenngleich er etwas steif dabei war, so war sie für mich ein „Hallo, schön dir endlich RICHTIG live zu begegnen“ und die Vertrautheit, die wir in unseren Mails aufgebaut hatten, nun mit der Umarmung verstärkt wurde.

Dann fragte er mich gleich, ob er mir mein Sackerl (mit Picknickdecke und Badesachen) abnehmen darf und ich freute mich über dieses gentleman-like Angebot, welches ich gerne annahm. Da er mir seine Unsicherheit bezüglich meiner Smalltalk-Antipathie, zuvor offen per Mail mitgeteilt hatte, hatte ich ihn vorab zurecht beruhigen können, es auf sich zukommen zu lassen, denn auf Grund unserers Mailverkehrs, wo wir von einem Thema ins andere gekommen waren, machte ich mir da bei ihm keine Sorgen – und auch hier hatte sich meine Vermutung bewahrheitet, dass es kein krampfiges Gespräch auf dem Weg zur „Insel“ war, sondern schön fließend, von einem Thema ins andere. So kam es dann auch, dass ich mich so wohlfühlte, sodass ich fragte, ob er mir seine Hand geben mag. Er tat es und anfänglich war es noch eine sehr ungewohnte, unnatürliche Bewegung, weil er die Hand sehr steif gestreckt gehalten hatte, aber nach und nach ging es dann doch etwas besser.

Dinesh war begeistert darüber, dass ich ihm ein neues Fleckchen in seiner Gegend zeigen konnte, denn hier sei er noch nie gewesen und er meinte, er fände es toll, auf so viel Natur hier anzutreffen – ideal, im seinen Freunden auch seine Gegend mal zeigen zu können. 🙂

Auf der Donauinsel

Auf der Donainsel angekommen suchten wir uns ein schattiges Plätzchen, weil an diesem Tag die Sonne ziemlich runterbrannte. Als wir fündig wurden, breitete ich meine neu erworbene 180x180cm Picknickdecke aus und wir setzten uns drauf, und ich merkte schnell, dass mir eigentlich schon nach kuscheln war, weswegen ich ihn fragte, ob er lieber im Sitzen oder im Liegen weiterplaudert. Er wollte lieber sitzen, aber merkte an: „Du willst schon kuscheln, oder?“ Ja, wie recht er damit hatte. „Na okay, dann können wir auch liegen.“ bekam ich zurück und ich: „Aber nur, wenn es wirklich okay für dich ist.“ Er nickte und richtete sich mal liegend ein. Mein kleines Kopfkissen, das ich mithatte, kam an dieser Stelle gleich zum Einsatz, damit es noch etwas bequemer für ihn war – immerhin war das ja sein erstes Mal kuscheln. 

Dinesh legte sich auf den Rücken und ich nahm seinen linken Arm, um mich auf seine Brust zu legen, damit er dann seinen Arm um mich schlingen kann – was er dann auch tat. Mit diesem Arm streichelte er mich auch zaghaft zurück, nachdem ich ihn auf der Brust und am Arm zu streicheln begonnen hatte. Der andere Arm lag einfach reglos auf der Decke. Es wirkte auf mich, als müsse er sich auch erstmal an diese neue Situation gewöhnen und sich „einfinden“. Aber schön, dass er mich zumindest einseitig zurückstreichelte. Zwischendurch begann das Hörgerät immer wieder einen schrillen Ton abzugeben, weshalb ich ihn bat, es rauszugeben. (Er hatte mir in einer Mail bereits erzählt, dass er, wenn eine Person nahe bei ihm ist, eh normal hört und die Gebärdensprache nicht beherrscht.)

Nachdem er sich entspannt hatte, traute er sich dann auch, den zweiten Arm dazuzunehmen, was ich gleich positiv anmerkte und mich offensichtlich drüber freute. Währen dem Kuscheln fühlte ich mich so wohl, dass ich am liebsten die Worte, die sich in meinem Kopf gebildet hatten – nämlich „ich mag dich“ – schon laut ausgesprochen hatte. Doch ich hatte mich erstmal selbst zurückgehalten.

Und dann sprang es relativ schnell um – leider zu schnell für meinen Geschmack. Mir fehlte ein gescheiter Übergang. Durch die Entspannung kam die Erregung und mit der Erregung das „triebgesteuerte“ Verhalten. Durch das Streicheln beschleunigte sich nach und nach seine Atmung (was ja soweit normal ist). Als dann seine Finger zu meinem Mund glitten und mir über die Lippen fuhren, hatte ich plötzlich zwei Finger von ihm im Mund. Das fühlte sich für mich ein wenig forsch an, aber weil ich so überrumpelt war, machte ich erstmal perplex mit und fuhr mit meiner Zunge über seine Finger und saugte daran. Das turnte ihn scheinbar schwer an und während die eine Hand über meine Brust fuhr, wanderte die andere unter mein kurzes Kleid direkt auf meinen Hintern, im nächsten Moment sogar unter meine Unterhose auf die nackte Haut meiner Pobacken.

Ich empfand das als sehr befremdlich fühlte mich aber noch nicht so unwohl, als dass ich es abbrechen wollte – ich war halt nur sehr verdutzt. Es kam daraufhin schnell zu seinem ersten Kuss was – vermutlich bedingt durch die Erregung – auch vom Tempo her sehr schnell ging. Es war für mich, als stütze er sich voll rein ins kalte Wasser, in die Fluten und mache heftige Schwimmbewegungen – nur eben halt umgemünzt auf das Tempo beim Knutschen. Dinesh meldete ich nach einer Knutschpause rück, dass es zu schnell gewesen sei. Es wäre besser, man beginnt mit dem Küssen langsam und steigere sich dann, als wenn man gleich Vollgas gebe. Da mir schon sehr heiß war, entledigte ich mich meines Kleides und bat ihn, auch sein T-Shirt auszuziehen. Dann kuschelte ich mich wieder zu ihm. Haut an Haut war das dann viel besser für mich und ich begann mich wieder zu entspannen.

Das Feedback zwecks Tempo nahm er sich sofort zu Herzen und wir probierten es langsamer nochmal – damit war das dann kein Thema mehr, er konnte es gut umsetzen sodass ich mich nun wieder wohler fühlte. (Schulnote: von einer Drei zu einer 2,5 bis 2) Im Zuge des Weiterknutschens fragte er mich dann, ob ich mich auf ihn drauflegen könne, was ich auch tat und so knutschten und rieben wir uns in Badeklamotten aneinander, sodass ich durch das heftige Reiben, dann auch zum Orgasmus gekommen war. Kurz darauf schubste er mich liebevoll von sich herunter – ich hatte angenommen er hatte mitbekommen dass ich meinen Höhepunkt erreicht hatte und wollte danach eine Pause. Es hatte sich aber später herausgestellt, dass er nicht bemerkt hatte, dass das ein Orgasmus war, sondern er nur generell eine Pause gebraucht hatte. Und er gestand mir, dass er es sich gestern – voller Vorfreude 5x selber gemacht habe. ^^ 

Durch die Pause erfuhr ich dann nähere Einzelheiten – die Sache mit dem Bordell: Das war so eine „klassische“ Situation: Mann geht dort hin, Frau schickt ihn erstmal duschen, als er zurückkam sollte er sich auf’s Bett legen, sie hat ihm einen Gummi übergezogen, ihm mit Gummi einen geblasen und dann hatten sie Sex – sehr unspektakulär, emotionslos und „kalt“. Mit mir erlebte er da nun das krasse Gegenteil: Körperkontakt, wo es sich auf natürliche Weise steigert – von Händchenhalten, zu kuscheln, über knutschen zu mehr. Variante 2 (- also das mit mir) habe ihm wesentlich besser gefallen. Sag ich ja: Nichts geht über knutschen und kuscheln. Es ist so wichtig und ich freue mich über jeden, der diese wertvolle, liebevolle, wertschätzende Erfahrung machen kann.

Dass er so schnell geworden war, lag – logischerweise – gemäß meiner Vermutung daran, dass er bisher nur diese Bordellerfahrungen gemacht hatte. Von dem her hab ich ihm das auch gar nicht nachgetragen. Wir gingen dann schwimmen um uns abzukühlen und ich genoss es, da ganz in meinem Element zu sein.

Runde zwei mit kinky Geständnis

In Runde zwei kam es dann dazu, dass wir uns auch unserer restlichen Klamotten entledigten. Wir streichelten und küssten uns wieder und dann wanderte ich mit meinem Kopf nach unten. Er hatte sehr empfindliche Brustwarzen, was ich persönlich sehr scharf find, wenn ein Mann solch erogene Zonen hat. Da konnte ich ihn dann gut erregen, indem ich mich mit ihnen spielte und dort dann auch meine Zunge zum Einsatz kam. Aber ich wanderte schließlichnoch weiter nach unten und nahm seinen Penis in den Mund um auch mit ihm „zu spielen“.  Gekommen war er nicht, aber nun wusste ich ja warum. Dann begann auch er mich zu fingern – was ich als sehr angenehm empfand.

Außerdem erzählte er mir von seinen Fantasien: Es fände es toll, wenn er von der Frau ein Höschen bekommt das nach ihr riecht, um sich dann daheim darauf mehrmals einen runterzuholen und darauf zu spritzen. Wenn’s weiter nichts ist: Diesen Wunsch konnte ich ihm erfüllen, indem ich ihm dann mein schwarzes Höschen mitgab, welches ich gleich nach dem Schwimmen angezogen hatte. Es war zwar auch feucht – aber nicht vom Schwimmen, sondern von meiner Erregung. ^^ Zugegeben, einmal hatte ich schon mein Höschen verkauft gehabt, aber im privaten Rahmen hab ich es noch nicht zuvor einfach „hergeliehen“. Dieser Gedanke turnte mich umgekehrt auch irgendwie an, dass er sich dann daheim mit meinem Höschen einen runterholen würde – und selbst jetzt, wo ich darüber schreibe, beginnt es schon wieder bei mir „im unteren Bereich“ zu kribbeln… ^^

Wenn man mal was tut, was nicht der üblichen Routine entspricht…

Alles in allem dauerte unser Treffen etwas über 4 Stunden und das war voll okay für mich, denn ich hatte danach noch einen Termin und ich glaub er hatte auch erstmal genügend Eindrücke gesammelt, die er verarbeiten musste. Ich erfuhr dann übrigens noch, dass er an dem Tag, wo ich ihm das Zetterl gegeben hab, dass das sein freier Tag war und er einige Erledigungen in Wien zu erledigen hatte. Wenn er nicht noch wegen seinem Hörgerät und so manchen Einkäufen in die Stadt gehen hätte müssen, wär er nicht in DIESEN Bus gestiegen, und er wär mir nicht begegnet. Und ich auch so zu ihm: Wenn ich nicht am nächsten Tag um eine Stunde früher nach Wien fahren hätte müssen um in die Arbeit zu gehen, wär er mir das zweite Mal auch nicht begegnet.

Also schon lustig, was passieren kann, wenn man mal zu einem anderen Zeitpunkt irgendwo anders hinfährt als üblich. Deshalb einmal mehr mein Lieblingsmotto von Kurt Tucholsky (im übertragenen Sinn): Umwege erweitern die Ortskenntnis. Er wohnt seit 18 Jahren eine Busstation von mir entfernt und zuvor waren wir uns noch nie begegnet… (aber gut, zugegeben, ich hab auch erst seit Sanjay einen „Blick“ sowie „Vorliebe“ für „indisch aussehende Typen“ bekommen. ^^)

Am Tag danach erhielt ich (ohne damit gerechnet zu haben) folgendes Mail von ihm:

Liebe Mina!

Eigentlich wollte ich schon gestern schreiben, aber ich war mit anderen Sachen beschäftigt und danach zu müde fürs Schreiben. Jedenfalls möchte ich mich bedanken für den gestrigen Tag, denn es hat mir Selbstvertrauen gegeben, etwas dass ich immer gut gebrauchen kann.

 Das Kuscheln, das Händehalten, das Erzählen meiner Fantasien und ganz besonders das Küssen waren eine Erfahrung, dass ich nicht vergessen werde. ^^

Ich weiß auch, dass ich dann meine Hörgeräte runtergeben muss, wenn es mal intensiver wird mit dem Küssen XD.  Wusste nicht, dass man die Quietschtöne hören kann. Dachte, dass höre ich nur selber, aber an dem Tag war vieles ein erstes Mal. Genauso, wie das Erleben eines Orgasmus bei einer Frau. Dabei habe ich immer gedacht, es müsste sehr schwer sein, ihn zu erreichen (und vielleicht ist es auch so). Aber ob das durch meine Wenigkeit oder alles durch dir erreicht gemacht worden ist, kann ich nicht beurteilen. Faszinierend war es auf jeden Fall und würde gerne mehr damit experimentieren.

Ich weiß nicht, wie es mit der Regelmäßigkeit aussieht bzgl. zum Thema treffen, aber wenn es von deiner Seite aus machbar ist, können wir uns gerne schreiben und was ausmachen.

Ich bin am Abend wieder erreichbar bzw. ab da kann ich mich wieder melden.

Liebe Grüße,

Dinesh

Nach dem Treffen hatte sich mein Euphorie-Pegel wieder „normalisiert“. Meine Neugier war in jeglicher Hinsicht befriedigt worden und ich war froh, dass wegen dem Sonderstatus, den Sanjay in meinem Leben inzwischen einnimmt, keinerlei „Gefahr“ besteht, dass der von Dinesh abgetreten werden konnte. Wenngleich viele Ähnlichkeiten zwischen den Beiden bestehen (zurückgezogener Typ, eher unerfahren, indische Wurzeln, Brille, Bart, Interesse für Japan und Anime,….) so ist es doch so, dass beide doch ganz unterschiedliche Individuen sind – und das ist auch gut so. 

Mit Dinesh kann ich mir auch gut eine Freundschaft-plus vorstellen, doch hat mich Dinesh bisher erstmal mehr rational als emotional „angefixt“, was bei Sanjay und mir doch sehr anders war, weil es da bei mir doch sehr schnell SEHR emotional wurde (siehe: https://neuesvonderjaegerin.wordpress.com/2021/08/09/knutschtraining-oder-der-crashkurs-der-eigentlich-keiner-werden-hatte-sollen/)

Am nächsten Tag in der Früh, als ich erstmal über alles geschlafen hatte, war es mir ein Bedürfnis, Sanjay über das Treffen mit Dinesh upzudaten:

Lieber Sanjay,

ich hab ich mich gestern mit Dinesh getroffen. Er hatte seinen ersten Kuss mit mir und wir haben das Knutschen weiter geübt und es hat sich sehr schnell bis zum fingern und blasen aufgeschaukelt.

Allles in allem kann ich sagen: Er ist nicht du – und das ist auch gut so, weil DU den Sonderstatus bei mir genießt. DU erfüllst das, was ich mir für eine Freundschaft plus immer so gewünscht hab – klar, die längeren Schweigepausen zwischendurch würd ich mir wünschen dass die kleiner ausfallen, aber sonst fühl ich mich mit dir in meinem Leben sehr wohl. ❤

Das Treffen dauerte etwa 4h und danach war’s auch schon wieder gut – für ihn zum sich sammeln und Sinneseindrücke verarbeiten (er scheint auch Tendenzen in Richtung Hochsensibel zu haben) und für mich auch (Kuschelbatterie aufgeladen).

Wie war eigentlich dein Klassentreffen? […]

Er antwortete mir darauf:

Liebste Mina,

danke für deine Mail, ich hab sie sehr gerne gelesen (- und ich hab meinen Sonderstatus zuvor in keinster Weise angezweifelt gehabt). Unter anderem gerne, weil es mich gerade dazu veranlasst hat in Erinnerungen zu schwelgen. Wegen unserem ersten Kuss. Und ich erfreue mich noch immer daran, dass DU es warst, die meinen ersten Kuss mit mir geteilt hat. ❤
(Und auch den zweiten…den dritten…und die vielen danach. <3)

Was ich beim Lesen überraschend fand, war das ich von einer gewissen Sache mehr erfahren wollte bzw. will. Nämlich, als es sich zum fingern und blasen aufgeschaukelt hat. Ich fand es ziemlich antörnend, das zu lesen und es hat mein Kopfkino anregt und hab mich gefragt, wie genau es ausgesehen hat und deine Eindrücke dazu waren. Hat es sich gut angefühlt? Bist du gekommen? Wo und wie wurdest du berührt und wie hat es sich für dich angefühlt?

Es freut mich, dass ich das erfülle, was für dich eine Freundschaft plus ausmacht. Ich hatte zuvor noch nie ein konkretes Bild von einer Freundschaft plus, ich dachte nur, dass es sich vom Konzept her voll toll anhört. Und durch dich weiß ich, dass es wirklich etwas Tolles ist und dass ich Freundschaften plus auch anderweitig nur so haben möchte, wie ich sie mit dir habe, weil es eine Muster-Freundschaft+ ist.

Doch zum Punkt längere Schweigepausen: Jaaa, da kann ich dir zustimmen, ich würde mir auch wünschen, dass diese kleiner sind. Wenn’s nach mir ginge, würde ich dich so gut wie jeden Tag sehen und spüren wollen. Wie würdest du es dir wünschen, dass diese Schweigepausen überbrückt werden?

Und weil ich beim letzten Mal vergessen hab, über das Klassentreffen zu erzählen: Grundsätzlich lief es gut, ich hab nicht viel, aber auch nicht wenig geredet. Hat unter anderem daran gelegen, dass 2 Jungs an dem Tag abgesagt haben. Aber es war trotzdem ganz gut die anderen wieder gesehen zu haben. Es war nostalgisch. Und ich hab seeehr viele Storys gehört, von denen ich sonst nie mitbekommen habe. Von einer Lehrerin, die mit einer Ex-Schülerin rumgemacht hat, zu einer Leuten, die bei der Matura geschummelt haben und erwischt wurden, bis hin zu zwei Klassenkameraden, die irgendwann während der Schulzeit zusammengekommen sind, aber es während der Schulzeit geheimgehalten haben. Eine kleine negative Sache ist auch passiert, aber die verrate ich dir ein ander mal. Alles in allem, hatte ich schon Spaß und ich würde auch nächstes Mal wieder dabei sein.

Ich hoffe du hast einen schönen Abend bzw. einen schönen Morgen und Tag, wenn du das erst morgen liest.

Mit liebsten Grüßen, Sanjay

Tja, das hat mich dann noch mehr motiviert, mich heute hinzusetzen, und mein gesamtes Gedächtnisprotokoll wiederzugeben. Inzwischen hab ich auch schon das Einverständis von Dinesh, dass es okay ist, wenn ich meine Erlebnisse mit ihm hier veröffentliche.

Was mir besonders am Kontakt mit Dinesh gefällt, ist dass er es ernst zu meinen scheint: Er hat mich nicht für was Einmaliges nur dazu „benutzt“ um weitere erste Erfahrungen zu machen, sondern er erkundigt sich auch zwischenmenschlich immer wieder per Sms, was es bei mir Neues gibt, wie mein WE war, ob ich eine schöne Feier gestern hatte und und und… 🙂 Dafür bin ich sehr dankbar. Das vermittelt mir ein gutes Gefühl und bestärkt mein Vertrauen in den Kontakt, die Wertschätzung die wir in der Kommunikation teilen, genieße ich schon mal sehr. Also mal schauen, wie der Kontakt mit ihm weitergeht, wo das mit ihm hinführt…

(Es führte jedenfalls dazu, dass ich vorgestern beim Einkaufen in Wien einen etwa 22 jährigen kurzhaarigen, auch indisch-aussehenden Typen mit Brille angegrinst hab und er sich verwundert dann noch 2x zeitgleich mit mir umgedreht und wir einander nachgesehen haben…^^)

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Möglicherweise bin ich da anders ODER: Warum die meisten Flirtsprüche bei mir nicht ziehen…

Richtig flirten: 4 Tipps für Anfänger

Auf der Seite https://www.flirtforschung.de/flirten-fuer-anfaenger/ gibt es einige Tipps, wie ein Mann die Sache mit dem Flirten angehen soll. In erster Linie geht es mal darum die Angst vor einem Korb oder sich lächerlich machen zu überwinden. So weit, so gut.

Dann gibt es laut dem Flirt-Coach 4 Schritte, aus denen laut ihm jeder erfolgreiche Flirt besteht.

Klare Absichten zeigen, Komplimente machen, ihr eine Herausforderung bieten (zeigen, dass er gewisse Standards hat) und schließlich: in einen Beziehungskontext treten.

Dazu würden einfache, naheliegende Statements genügen, wie z.B.

  • In dieser Hose siehst du echt heiß aus.“
  • „Du hast ein umwerfendes Outfit an.“
  • „Das Kleid steht dir richtig gut.“
  • „Ich finde dich echt hübsch!“
  • „Ich kann meine Augen nicht von dir lassen.“

Dass mir das Kleid gut steht oder er mich hübsch findet, würde ich sogar annehmen aber der Rest ist nichts für mich. Das klingt für mich zu sehr nach „ich will dich vernaschen“ – und ist für mich bei einem ersten Flirt/Kennenlernen zu offensiv.

Bei der Herausforderung soll er Sachen sagen wie: 

  • „Das Kleid steht dir richtig gut. Bei den Schuhen bin ich mir allerdings nicht so sicher. Aber du kannst das tragen.“
  • „Ich finde dich unglaublich sexy. Allerdings hast du eben etwas gesagt, das ich nicht so betörend finde. Normalerweise date ich nur Frauen, die mich betören.“
  • „Was, du siehst so cool aus und machst einen so langweiligen Job?!“

Alle drei Beispiele find ich doof und beim zweiten würd ich am liebsten aufspringen und sagen: „Na dann such dir doch eine die dich betöööört! Kein Interesse!“ (Welcher Typ sagt heute noch „betört“ zu einer?)

Dann steht da noch: „Damit aus eurer Begegnung mehr wird, brauchst du ihre Nummer.“

BRAUCHT er die tatsächlich? Ich geb meine Nummer nicht jedem dahergelaufenen her – und das nicht nur, weil ich kein Smartphone nutze und meine Privatkontakte sehr im engen Kreis halte. Es gibt heutzutage auch andere Möglichkeiten, daher: Nein, braucht er nicht, er sollte nach einer Kontaktmöglichkeit im Allgemeinen fragen.

hier tipp am besten gleich mal deine Nummer ein“ und hältst ihr dein Handy hin.

Also ich würde mich mit der Aktion total überrumpelt und in die Ecke gedrängt fühlen. Mir wär das unangenehm. Ist mir zu direkt. Mir ist lieber, ich werde nach meiner Nummer gefragt.

Du kannst auch sagen: „Warte, Moment. Ich habe eine Idee, damit du mich bis Samstag nicht vergisst“, dich neben sie stellen, ihr deinen Arm um die Schulter legen („Sag mal ‚Cheese‘!“) und ruckzuck ein Selfie von euch beiden machen. Das schickst du ihr gleich im Anschluss. 

Und an dieser Stelle besonders nein danke, mir würde er dadurch als nur noch aufdringlicher im Gedächtnis bleiben. 

Den hilfreichsten Rat habe ich aber tatsächlich doch auch in dem selben Beitrag gelesen:

„Überlegt dir keine Flirtsprüche. Finde lieber Themen, die dich im Kontakt mit einer süßen Frau wirklich interessieren.  Was wünschst du dich von deiner Freundin? Wie sollte sie sein? Sind dir gemeinsame Hobbys, Ansichten oder der gleiche Sinn für Humor wichtig? Was sind für dich No-Go’s?“

Denn damit gehe ich absolut d’accord und kann auf Grund meiner langjährigen Kennenlerntreffen sagen, dass das nur so funktionieren kann, indem man (bei ernsthaftem Interesse) abcheckt wie der andere tickt, wo die Gemeinsamkeiten liegen, was man daher auch gerne gemeinsam machen könnte…

Gute Fragen sind daher: „Wie stehst du zu…?“ „Was hältst du von…?“ „Wie denkst du über…?“ So kannst du schon mal bei manchen Dingen die Lage abchecken und dann drauf eingehen, sodass sich ein angenehmer Gesprächsfluss entwickeln kann. 🙂

Wer nicht hören will, muss … schmecken.

Heute wurde ich von einem 2001er Jahrgang zu meiner Therapeutin geführt. Derzeit mit Muskelfaserriss außer Gefecht gesetzt komme ich nicht dazu, meine bisher für das Frühjahr geplanten Kennenlerntreffen umzusetzen – vieles musste nun hinten angestellt werden – Gesundheit geht ja schließlich vor.

Na jedenfalls DIESEN jungen Mann (nennen wir ihn Ronny) hab ich beim ersten Kennenlerntreffen, als es metrologisch draußen offiziell noch Winter war, schon „nur solala“ gefunden. Er war – trotz seiner Unerfahrenheit (noch nie eine Frau geküsst) und Schüchternheit optisch nicht mein Typ. Weder seine Gesichtszüge, noch sein blasser Hautton, noch seine schmale Oberlippe… alles in allem stimmte hier – neben dem Geruch (er roch neutral für mich, sein Waschmittel hingegen war toll) – weder die Chemie, noch die Optik, als dass ich Lust bekommen hätte ihn anzuspringen.

Menschlich war er voll ok, wir haben uns einigermaßen „nett“ unterhalten und er war für mich das typische Beispiel von „nett und freundlich“ – nicht mehr, nicht weniger. Heute sah ich ihn also zum zweiten Mal und es hatte sich nichts daran geändert. Bei einer Plauderei im Sitzen (weil mit Bewegung war ja nicht so viel), erzählte er mir, dass er inzwischen schon mit einem weiblichen Teil eines befreundeten Paares knutschen durfte. Das freute mich für ihn und ich war auch gar nicht enttäuscht, nicht die Erste gewesen zu sein. Als Feedback gab sie ihm mit, dass er zu forsch war, und sich etwas zügeln solle.

Also dann wollte ich es doch auch wissen und wir haben uns geküsst. Sein Kuss war zärtlich, er schien sich tatsächlich zurückzunehmen, dafür hatte er mir, kaum hatten sich unsere Lippen berührt, als Schritt zwei gleich die Zunge in den Mund gesteckt. Das war für mich nicht sonderlich prickelnd, was ich ihm im Anschluss des Kusses auch rückmeldete – und dass er salzig geschmeckt hatte für mich. So verschwitzt-salzig und das hatte mir gar nicht „geschmeckt“. :-S Demnach auch der Titel dieses Blogeintrags: Wer nicht auf die körperlichen Signale achten möchte, der hat’s eben dann zu schmecken. In dem Fall schmeckte es eben für mich gar nicht gut und erinnerte mich an den Film „Der Duft der Liebe – Love Potion Nr. 9“ mit Sandra Bullock aus 1992, wo es so ein Serum gibt, das bei einem Liebesbann das Ganze durch einen Kuss wieder aufhebt. Ist es die Wahre Liebe, so empfindet man diese Person, die man küsst, diese Liebe weiterhin. Wenn nicht, dann schmeckt man den Schweiß eines Esels…

Der Schweiß eines Esels… so extrem war es nicht (ich wüsste ja nichtmal wie sowas schmeckt ^^), aber trotzdem leider halt für mich so gar nicht passend…

Und am Ende des Treffens musste ich ihm ehrlich sagen, dass es für mich leider körperlich nicht passt, mehr als ein freundschaftlicher Rahmen ist da für mich drin. Er wirkte dann bei der Verabschiedung auf mich, als versuche er die Enttäuschung mit Fassung zu nehmen und das Beste draus zu machen.

Minas Freundschaft-plus-Regeln

Heute habe ich einen Artikel zu Freundschaft-plus entdeckt und kann nur sagen, dass das was dort beschrieben ist, in meinen Augen keine Freundschaft-plus, sondern das sind die Regeln für eine Sexbeziehung (oder auch „Fickbeziehung“) beschreibt.

Wie ich damals schon in meinem Beitrag https://neuesvonderjaegerin.wordpress.com/2019/04/12/ja-aber-kannst-du-nicht-mal-eine-ausnahme-machen-oder-ueberredung-2-0/ geschrieben habe, erfrage ich vorab gerne:

Was strebst du bei dem Kontakt mit mir an?

Ich will…

A) … etwas Unverbindliches: Neue Erfahrungen sammeln und wieder meine Wege ziehen.

B) … etwas Vertrauteres: Öfters treffen auf sexueller Basis, aber persönlich soll’s nicht werden.

C) … bestenfalls eine Freundschaft-Plus, wo man sich gegenseitig in das Leben des anderen als Freund integriert, etwas unternimmt, sich vertraut und wertschätzt und: Wenn eines Tages aus irgendeinem Grund das „Plus“ wegfallen sollte, bleibt die Freundschaft erhalten, weil der Mensch zählt.

Daher kommt B dem am ähnlichsten, was auf der Seite https://www.desired.de/liebe/sex/freundschaft-plus/ als Freundschaft-plus bezeichnet wird. Dort schreiben sie:

„[…] Sollte die Schwelle der emotionslosen Sexbindung überschritten werden und doch Gefühle ins Spiel kommen, könnte euer Experiment schnell nach hinten losgehen. Mit den folgenden Regeln kann eine Freundschaft Plus aber durchaus funktionieren:

  1. Gefühle haben in diesem Konzept nichts zu suchen. Das solltet Ihr auf jeden Fall klarstellen und auch so beibehalten.
  2. Kein Kuscheln! Beim Kuscheln wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das uns zu dem anderen auch gefühlsmäßig hingezogen fühlen lässt, heißt: Wir verlieben uns schneller.
  3. Verändert nichts an Eurem sonstigen Verhalten. Unternehmt die Dinge gemeinsam wie bisher: Sport, Konzerte, Kino, andere Freunde treffen, was auch immer.
  4. Kein Händchenhalten! Haltet Euch fern von Zärtlichkeitsbekundungen, insbesondere in der Öffentlichkeit.
  5. Trefft euch weiterhin zu Dates mit potenziellen Partnern to be und sucht nach Sex oder Liebe. Nehme es auch für das Normalste der Welt, wenn er das tut.
  6. Flirtet auch mit anderen, wenn Ihr zusammen unterwegs seid. Das unterstreicht und forciert Regel Nr. 4.
  7. Zieht einen sofortigen Schlussstrich, sobald Gefühle wie Eifersucht oder Kribbeln im Spiel sind. Erzählt euch auch wie bisher von euren Dates, wenn Ihr das vorher so gemacht habt, das sollte emotionslos schließlich kein Problem sein.
  8. Baut weder heimlich noch offen irgendwelche Erwartungen auf. Das verlockende an Freundschaft Plus sind schließlich die fehlenden Verpflichtungen.
  9. Behaltet eure Vereinbarung für euch. Wird diese im Freundeskreis diskutiert, sorgt das nur für Druck und unnötige Fragen.
  10. Lernt einer von euch jemanden kennen, mit dem sich eventuell etwas Ernsteres aufbauen lassen könnte, ist sofort Schluss mit dem Plus.

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Meine Definition von Freundschaft-plus ist besagte C-Variante. Daher nun:

Minas Freundschaft-plus-Regeln

1) Es darf gekuschelt werden! Es soll sogar gekuschelt werden. Kuscheln ist die Basis. Auf Kuscheln baut alles auf. Für mich ist eine Freundschaft-plus das, was mit Kuscheln beginnt und sich dann mit knutschen und Co steigern KANN – aber nicht muss.

2) Aufkommende Gefühle jeglicher Art offen und ehrlich ansprechen. In einer Freundschaft will ich mir drauf verlassen können, dass er/sie offen und ehrlich zu mir ist. Da brauch ich keinen „Eiertanz“ (mit Ei auf Löffel) um’s Feuer, sondern,

3) Händchenhalten ist erwünscht und wird meinerseits auch sehr geschätzt. Es ist (oft beim Spazierengehen, bei meinen Kennenlerntreffen) das erste einander-spüren, der erste Hautkontakt, noch bevor es oft überhaupt erst zu einem Kuss oder Kuscheln gekommen ist.

4) Jeder trifft sich weiterhin auch mit anderen Menschen, wo es körperlich werden könnte. Eine Freundschaft-plus ist nichts Exklusives mit mir.

5) Absprache der Handhabung in Sachen flirten. Je nachdem mit wem man sich wo aufhält, ist Absprache gefragt. Wenn man zusammen auf ein Event geht, dann sollte es grundsätzlich schon so sein, dass man dort auch mit anderen flirten und knutschen kann – es sei denn, es wurde vorab vereinbart, dass es für den Abend etwas Zweisames ist.

6) Die Kunst der Analyse – und was man draus macht. Keimen amouröse Gefühle auf, oder man merkt erste Anzeichen Eifersucht, so tritt Regel 2 in Kraft: Bitte darüber reden. Wer jemanden einfach ghostet ohne die Sachlage vorab geschildert zu haben und den anderen nicht zu Wort kommen lässt, der/die war nicht für eine echte Freundschaft-plus bereit, weil das in meinen Augen kein erwachsenes Verhalten ist.

7) Gleichberechtigtes Verhalten auf Augenhöhe.

8) Respektvolles Verhalten. Kein böswilliges Gemeinsein weil man verletzt, beleidigt oder gekränkt ist.

9) Herzlichkeit, Vertrauen, emotionaler Tiefgang. Eine Freundschaft-plus ist für mich soetwas wie eine Vorstufe zu einer Beziehung. Man kann ich wohlfühlen, öffnen, fallen lassen – es ist ein vertrauter, geschützter Rahmen in dem man sich bewegt. Man hat Körperkontakt, weil man sich so auf körperlicher Ebene zeigt, dass man sich gern hat. Ich wurde damit sogar auch schon ein paar Mal als „Übergangsfreundin“ bezeichnet. 🙂

10) Die Freundschaft bleibt erhalten. Lernt mein Gegenüber jemanden kennen mit dem/der es ernst wird, so ist das zu akzeptieren und man freut sich für den anderen, dass er/sie bestenfalls dann auch glücklich vergeben ist. Die Freundschaft bleibt erhalten.

„Was ist dir eigentlich wichtig beim ersten Date?“

Neulich wurde ich per Mail gefragt, was mir wichtig ist beim ersten Date und da ist mir aufgefallen, dass ich DAZU tatsächlich noch gar keinen Eintrag konkreten Eintrag verfasst habe. Es war nur 1x wo ihr lesen konntet was ich defintitiv NICHT will. –> https://neuesvonderjaegerin.wordpress.com/2020/07/08/eh-a-leiwander-haberer-nein-so-bitte-nicht/

Also hier nun an dieser Stelle was mir wichtig ist. Fangen wir mal bei der Definition an:

DAS DATE

Date kommt aus dem Englischen und bedeutet entweder Verabredung, Zeitpunkt, Datum oder Dattel. Für mich hat das Wort „Date“ einen amourösen, romantischen Touch und demnach empfinde ich es für mich als unpassend. Wenngleich mein präferierter Ausdruck „Kennenlerntreffen“ jetzt nicht sonderlich sexy klingt, so ist er mir doch wesentlich lieber, weil es genau das für mich ist – nicht mehr und nicht weniger. Bei „Date“ denke nicht nur ich – sondern fallweise auch andere (wie mir aufgefallen ist), an etwas, wo potentiell „mehr“ draus entstehen kann – bestenfalls eine Beziehung. Da aber eine Beziehung für mich nicht in Frage kommt, da ich bereits glücklich monoamor vergeben bin, mag ich die Bezeichnung „Kennenlerntreffen“ einfach lieber, weil es das ist nicht mehr, und nicht weniger.

Was ist mir also bei so einem Kennenlerntreffen (das ich gerne auch als „Blind-Meeting“ bezeichne, wenn wir unsere Gesichter vorher nicht gesehen haben) wichtig?

*) Dass mein Gegenüber (für mich) gut riecht – denn nur dann besteht die Chance, dass auch „mehr“ beim Treffen passieren kann (wie knutschen, Händchenhalten, kuscheln…). Ich bin geruchsensibel und bitte daher immer die jungen Männer mit denen ich mich treffe, dass sie KEIN Parfum oder Aftershave verwenden. (Siehe dazu auch: https://neuesvonderjaegerin.wordpress.com/2019/03/26/betoerend-nein-betaeubend/) Dazu zählt für mich auch keine Alkoholfahne und Mundgeruch zu haben – was nicht mit einem scharfen Kaugummi „gegessen“ ist – ich rieche es, wenn jemand schon länger nichts mehr gegessen hat und dann die Magensäure einen unguten Geruch verursacht. (Das ist auch der Grund, warum ich mit Rauchern nicht kann – am allerschlimmsten ist das dann in Kombination mit Kaffee oder länger nichts gegessen… :-S )

*) Dass ich respektvoll behandelt werde. Dazu gehört für mich auch Augenkontakt, dass man einander anschaut und sich mein Gegenüber nicht hinter dunklen Sonnenbrillengläsern versteckt.

*) Dass mein Gegenüber gesund ist. Herumschnupfen, herumhusten oder ähnliches ist nicht sonderlich sexy…

*) Nüchtern, klar bei vollem Bewusstsein und man selbst. Dass mein Gegenüber nicht von irgendwelchen Substanzen beeinträchtigt ist – sei es alkoholisiert („Mut antrinken“) oder so high, dass man mit ihm/ihr nimma normal reden kann (um nun zwei Beispiele zu nennen).

*) Dass man sich genügend Zeit nimmt für dieses Treffen. Wenn jemand angespannt ist, dass er gleich in 40 Minuten den nächsten Termin hat, ist das nicht sonderlich förderlich um entspannt an die Sache ranzugehen.

*) Dass das Wetter passt. Deshalb habe ich meine Kennenlerntreffen am liebsten zwischen März/April und September. Ich fühle mich unter Tags am wohlsten, bei Tageslicht, wenn die Sonne scheint und man entspannt in der Natur draußen miteinander Zeit verbringt.

*) Dass das Kennenlerntreffen in der Natur stattfindet. Etwas trinken gehen, „an einen Tisch gefesselt“ zu sein, nicht aus zu können, das widerstrebt mir und damit fühle ich mich einfach gar nicht wohl… Kennenlernen in der Natur ist für mich wesentlich freier, ungezwungener und „natürlicher„. (Meine Lieblingslocation: Donauinsel, Höhe Handelskai)

*) Dass ein Austausch auf Augenhöhe stattfindet… Ich brauch keinen unterwürfigen Wurm, der nur vor sich hin piepst, zu Boden schaut,… und auch keinen abgehobenen Macho-Typen der glaubt er ist der Beste, Tollste und Geilste überhaupt, sondern einfach normal, gleichwertig auf einer Ebene.

*) Wertschätzung

Ja und das war’s auch schon wieder, mehr fällt mir grad dazu nicht ein. Den Rest sieht man dann eh, wie es sich entwickelt, wie die Dynamik, die Sympathie und Chemie zwischen mir und meinem Gegenüber ist…

Und alles was bleibt, ist Dankbarkeit…

Wir schreiben den April im Jahr 2022. Meinen Blog habe ich hier nun schon seit Mai 2015. Seither ist viel passiert, ich habe viele Menschen getroffen, ein Stück weit begleitet, ihnen neue Erfahrungen bescheren dürfen und sie wieder „in die freie Wildbahn“ verabschiedet – die einen bewusst, die anderen die haben sich einfach nimma gemeldet oder mich gar geghostet…

Na jedenfalls schreibe ich aktuell mit einem 28 Jährigen aus Wien über eine internationale Fetisch-Plattform, der auf Grund seiner nicht-Schüchternheit und seinem nicht-vorhandenen Kopfhaar nicht meinem klassischen Beuteschema entspricht und warnte ihn schon vor, dass – falls dennoch die Chemie zwischen uns stimmt – er beim Treffen mir die Führung überlassen möge, denn sonst fühl ich mich schnell mal überfordert.

Ich hab ihm dann auch drei Beispiele aus meinem Blog von Kennenlerntreffen mit Leuten von damals auf der Donauinsel geschickt, so diesen Link hier: https://neuesvonderjaegerin.wordpress.com/2017/07/14/weisst-du-eigentlich-wie-wunderschoen-du-bist/ und diesen hier: https://neuesvonderjaegerin.wordpress.com/2018/03/27/ein-positiv-seltsamer-intensiver-mensch-oder-es-sollte-mehr-frauen-wie-dich-geben-meinte-er-begeistert/ und dabei habe ich festgestellt, dass ich mich bei beiden nicht mehr an die dazugehörigen Personen erinnern konnte, – so schön die Erlebnisse auch waren – weil sie so schnell auch wieder aus meinem Leben verschwunden waren, wie sie einst aufgetaucht waren und ich nun kein Bild mehr zu ihnen im Kopf hatte.

Deshalb dieser Titel: Alles was bleibt ist Dankbarkeit, die ich gerne auf meine Reise des Lebens weiterhin mitnehme.