Weihnachtsfeier mit bzw. ohne Folgen

Ich hatte gestern meine erste Weihnachtsfeier in der neuen Arbeit. Alles in allem war es super! Gutes Essen, lustig war’s, hab viel getanzt und mich sehr wohlgefühlt. Und wie es auf einer Weihnachtsfeier nun mal meistens so ist, lernt man dort (unfreiwilligerweise) Teamkollegen auch etwas besser kennen.

Angefangen hat es mit einer 28 jährigen Kollegin, die älter wirkt und ausschaut und die mir bis jetzt nur vom Hallo-und-Tschüss sagen als sehr streng und reserviert vorgekommen war. Doch beim näheren Gespräch (wo ich praktischerweise am Tisch neben ihr saß), stellte sich heraus, dass sie in Wirklichkeit ganz anders ist und dass meine Eindrücke – wie so oft – nur die beruflichen waren und sie genau wie ich, im privaten ganz anders drauf ist.

In ihrem Fall erzählte sie mir, dass sie auf Frauen steht und sich gerade von einer Kollegin getrennt hatte, die ihren Freund sogar für sie verlassen wollte und dann doch nicht getan hatte. Und im Zuge des Unterhaltens, wagte ich es sie zu fragen (weil sie ja doch schon 5 Jahre im Unternehmen tätig ist), was sie mir denn vom Robert erzählen kann.

Der Robert arbeitet in einem anderen Bereich und fiel mir gleich beim ersten Kennenlernen auf. Er gefiel mir, war irgendwie mein Typ auch wenn ich nicht wirklich was nerdiges ansich hatte, trotzdem war ich vom ersten Moment an auf ihn angesprungen und mein Interesse war geweckt worden. Und wie es nun mal so war, kam dann gleich grinsend von ihr: „Wiesooo? Gfoit er dir leicht?“ Ja, gab ich schüchtern zu und erkundigte mich, ob er vergeben ist. Und leider: Er hat eine Freundin. ABER er sei aufgeschlossen „für was nebenbei“ – immerhin würde er besagte Kollegin schon seit 2 Jahren damit löchern, dass er sie am liebsten auf der Weihnachtsfeier vernaschen wolle.

Ja und wie es nun mal so is… EIGENTLICH mag ich gar nicht was mit Leuten anfangen, die ihre Partner betrügen. ABER es zog mich halt immer noch zu ihm hin und ich hätte gerne die Weihnachtsfeier genutzt gehabt, um mal mit ihm ins Gespräch zu kommen. Also fühlte besagte Kollegin mal bei ihm vor und er meinte klar, ich solle doch einfach mal das Gespräch mit ihm suchen. Okay, der erste Schritt war getan. Aber irgendwie erwischte ich ihn nie alleine, er war immer in Gesellschaft… Das war echt frustrierend.

Als dann eine andere Kollegin mein Gespräch mit Kollegin 1 mitbekommen hatte, war sie auch neugierig geworden und wollte wissen, um wen es da geht. Ich sagte es ihr und sie antwortete, ja der sei sicher ein Lieber, aber viel habe sie mit dem auch noch nicht geredet er habe sie nur im ersten Monat schon auf FB gesucht und geaddet. Facebook! Das war das Stichwort! Also ließ ich mir von ihr zeigen wie er sich dort nennt und addete ihn auch mal auf gut Glück – um quasi den ersten Schritt zu machen. Tatsächlich hatte er meine Anfrage dann auch angenommen. 🙂

Irgenwann nach Mitternacht hatte ich aber dann doch Glück und erwischte ihn zwischen Tür und Angel und meinte, dass er irgendwie schwer alleine anzutreffen war. Aber dass ich nun froh sei, doch auch ein Gespräch mit ihm starten zu können. Also fragte ich ihn ein bisschen zu seinem Leben und Lebenszielen aus und erfuhr auch, dass er erst 23 ist (hätte ihn auf etwa 26 geschätzt) und dann wurde es mir zu laut – weil ich wollte nicht die ganze Zeit schreien. Also schlug ich ihm vor, dass wir wo hin gehen, wo es etwas ruhiger ist und das taten wir dann auch.

Er 23, ich 34 – wiedermal ein Jüngling. 🙂

Wir saßen im leerstehenden Kellerstüberl nebeneinander und da war er dann umgekehrt auch neugierig auf mich geworden und fragte mich, wie das denn bei mir so aussehe mit Freund und Beziehung. Ich spielte gleich mit offenen Karten und erzählte stolz, in einer offenen Beziehung zu sein und dass es super funktioniere, ich sehr glücklich damit bin, mich auch in einer Beziehung so frei zu fühlen.

Robert meinte, er fände sowas auch toll, könne aber das mit seiner Freundin, mit der er schon 10 Monate zusammen ist, nicht machen. Würde er das ansprechen, würde er sie verlieren. Sie wohnen noch nicht zusammen, aber er wisse jetzt schon, dass sie die Frau für’s Leben sei, weil er sich so gut eine gemeinsame Zukunft mit ihr vorstellen kann und dass er sie sehr liebe. Er sei ihr emotional total loyal ABER er liebe es einfach auch zu flirten, weil er den weiblichen Körper so toll findet und würde gerne nebenbei als Abwechslung was mit jemandem „am Laufen haben“, aber bis jetzt habe er sich da noch nicht drüber getraut. Denn es müsse jemand sein, dem er vertrauen kann, dass das nicht rauskommt und dass sich dieser jemand nicht ungut verhält und das dann doch seiner Freundin steckt.

Außerdem würde er es gerne mal antesten, in wie weit er das mir einer anderen wirklich durchziehen könnte, ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben. Sein Kopfkino spiele schnell mal verrückt aber er habe sich bis jetzt da einfach noch nicht drüber getraut es in die Tat umzusetzen. Ich schätze seine Ehrlichkeit, wenngleich ich auch bedauerte, dass er zu mir zwar so ehrlich ist, aber die Hauptperson, die am meisten Ehrlichkeit verdient hat, seine Partnerin, damit dann auf der Strecke bleibt.

Als er mich dabei erwischte, wo ich in Gedanken war und mir gewünscht hätte seine Hand zu nehmen, fragte er mich genau in diesem Moment, was ich mir gerade denke. Ich rang ein wenig mit mir bis ich es herausbrachte, sagte aber dann was Sache war, was ich mir gedacht hatte. Er interpretierte das in dem Moment wie Mitleid, weil wir zuvor von einem ersteren Thema gesprochen hatten, aber ich versicherte ihm, dass es nicht wegen Mitleid war. (Ich wollte ihn einfach berühren, traute mich aber nicht drüber.)

Er wollte dann wieder hoch in den Hauptsaal gehen und so taten wir dies. Er meinte noch, vielleicht ergäbe es sich ja heute nochmal dass wir nochmal zam kommen und bedankte sich für das Gespräch mit mir. Ich bedankte mich ebenso und fand seine Wertschätzung diesbezüglich toll. Robert holte sich dann Nachschub, denn sein Bacardi Cola war ausgetrunken gewesen und ich ging wieder auf die Tanzfläche und tobte mich dort weiter aus.

Im Laufe der nächsten zwei Stunden, denn es war dann schon gegen 0:50 gewesen, suchte ich immer wieder seine Nähe, doch er wuselte fortwährend bei anderen herum, umarmte andere Mädels, shakerte mit ihnen und plauderte fröhlich. Früher wär ich bei so einem Anblick eifersüchtig geworden und hätte besitzergreifende Gefühle entwickelt. Doch an dem Abend war ich bei dem Anblick einfach nur angespannt und voller Sehnsucht, weil ich das auch wollte. Weil ich auch von ihm berührt werden wollte und am liebsten auch geküsst. Das wollte ich schon seit ich ihn zum ersten Mal getroffen hatte…

Gegen 2:50 wurde es mir dann zu bunt. Ich hatte den Gefallen am tanzen verloren, merkte die allmählich aufkeimende Müdigkeit und ging deshalb zu ihm hin und fragte, ob er denn abschätzen könne, ob wir heute Abend nochmal zu zweit zusammenkommen. Er meinte wahrheitsgemäß, dass er es nicht wisse, kann sein dass es sich ergibt, kann aber auch nicht sein. Ja, aber genau das hatte ich schon die letzten zwei Stunden und ich wollte nicht länger in Ungewissheit schweben. Also hab ich meine Sachen gepackt und meinte dann zu ihm, wenn er wolle und es sich für ihn ergibt, könne er dann noch zu mir in mein Hotelzimmer kommen – es läge an ihm. Dann zog ich mich zurück.

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Zwei Mal wie bestellt und nicht abgeholt

Im Hotelzimmer hatte ich 3h Schlaf bevor ich meinen Dienst antrat. Noch dazu schlief ich sehr seicht, weil ich ja „auf der Lauer“ lag, dass er vielleicht doch noch nachkommt. Kam er aber nicht. Stattdessen hatte ich eine Nachricht auf FB von ihm, in der er mir einen guten Morgen wünschte. Dann schrieb er, dass er es sich durch den Kopf gehen hat lassen und zu der Erkenntnis kam, dass er gerne mit mir schlafen würde. Ich staunte und war erfreut drüber. Dennoch machte ich ihm klar, dass ich es langsam angehen will – und das sollte ja eigentlich auch in seinem Sinne sein – zwecks antesten.

Aber es war mal wieder so schön typisch Mann: Wo wir Frauen noch so schön romantisch und kleinmädchenhaft von ersten Annäherungen und Knutschaktionen träumen, so war doch er schon weiter und meinte, dass er gleich mehr auch machen wollen würde – sprich Petting. Und vielleicht kommt er dann nach dem Ausschlafen zu mir auf einen „Petting-Quickie“ bevor er heimfährt. Irgendwie gefiel mir das gar nicht. Also ich kann mich nicht bei einem „Quickie“ auf jemanden einlassen – schon gar nicht auf jemanden, mit dem ich dann in der Arbeit immer wieder zu tun hab. Denn ich bin kein „Wegwerfmensch“ und will deshalb auch nicht so behandelt werden…

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Jedenfalls wartete ich auch da dann heute zum zweiten Mal umsonst auf ihn. Er war nicht gekommen und hatte auch keine Nachricht mehr auf FB geschrieben. Weiß nicht was ich davon halten soll. Es is irgendwie mal wieder Kopf gegen Gefühl.

Gefühl seht sich immer noch danach von ihm berührt zu werden, Kopf ist in seinem Stolz verletzt weil nur „Teilziele“ erreicht wurden und ich irgendwie ungeduldig bin und mir andererseits auch irgendwie „billig“ vorkomme… Wie eben bestellt und nicht abgeholt…

 

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4 Gedanken zu “Weihnachtsfeier mit bzw. ohne Folgen

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