Die Sache mit der Couch ODER: Wer nicht fragt, bekommt keine Antworten

Ich wurde in zwei Tagen zwei Mal auf die Couch verbannt.

Das erste Mal war gestern, als ich bei dem Linzer von damals nach über 3 Jahren mal wieder übernachtet hatte. Er war so freundlich mir Obdach zu gewähren, weil ich einen Aushilfsjob in Linz an Land gezogen hatte, der um 01:00 in der Nacht endete.  Als ich ihn angerufen hatte, war ich erfreut, dass es seine Nummer noch gab und dass er freudig überrascht war, mal wieder was von mir zu hören (er lebte schon damals nur für die Arbeit, machte Überstunden en masse und hatte sonst kaum Zeit für etwas – geschweige denn für mich – daran hatte sich, wie ich erfahren hatte, auch nichts geändert. Somit alles wie eh und je.)

Wenngleich es mich nicht gestört hatte auf der Couch zu übernachten, so war ich doch verwundert, dass er mir mein Bett darauf gerichtet hatte und ich nicht bei ihm im Bett schlafen sollte. Ob es Höflichkeit war oder auf Grund der Tatsache dass es schon spät war, er am nächsten Tag früh raus musste und deshalb nicht Gefahr laufen wollte, von mir durch irgendeine „Bett-Action“ vom Schlafengehen abgehalten zu werden, konnte ich nicht sagen. Aber letztendlich egal, Hauptsache eine Schlafgelegenheit – für die ich ihm sehr dankbar war.

Und dann gab es heute noch Typ 2: Michael (27, der mit den High Heels)
Ich heute bei ihm in Oberösterreich auf der Couch übernachten. Er ist einer der auch noch auf meiner imaginären „to do“-Liste in Sachen Körperkontakt gestanden hatte. Er ist einer, der in der Kindheit irgendwann mal dicht gemacht hat und kaum bis gar keine Nähe Frauen gegenüber zulassen kann. Er war seit 2015 wo ich ihn kennengelernt habe, immer sehr steif, unlocker, angespannt und unsicher… Damals war er für mich nicht interessant da er Raucher war. Ich sagte ihm, wenn er das Rauchen eines Tages aufgeben würde, dann könnte ich mir schon was mit ihm vorstellen. Letztes Jahr im Sommer war es dann so weit gewesen: Er flog in die USA und rauchte vor dem Abflug seine letzte Zigarette. Seither war er nun rauchfrei und das nun schon eben über ein Jahr lang. Höchst erfreulich.

Als wir uns dann im Frühjahr mal wiedergesehen hatten, gingen wir spazieren und er schilderte mir seine Problematik mit Frauen. Dass er selber wisse, dass er da gerne was ändern würde, aber er wisse nicht wie. Selbst das Händchenhalten gegen Ende vom Spaziergang mit mir überfordere ihn fallweise. Ich erklärte ihm, dass ich mich gerne seiner annehme, und dass ich mir bewusst bin, dass es halt bei manchen Zeit benötige, bis sie auftauen.

Heute bei ihm zu Hause aßen wir zu Abend, danach ging zuerst ich und dann er duschen. Nachdem wir beide fertig waren, saß ich auf der Couch uns lächelte ihn Fragend an. Er stand unsicher neben mir und fragte mich, was denn los sei. Ich antwortete ihm, ob er sich denn vorstellen könne, mit mir im Schlafzimmer zu kuscheln – angezogen fügte ich noch schnell hinzu. „Nur kuscheln?“ war seine fragende Antwort. Ich: „Ja, nur kuscheln, streicheln, umarmen, mehr nicht – außer es geht von dir aus.“ Er überlegte unsicher gefühlte 10 Sekunden und sagte dann: „Okay, na warum nicht.“

Also gingen wir beide zu ihm in sein Bett und hielten uns Arm im Arm. Langsam begannen wir uns zu streicheln. Er sagte, er sei unsicher, denn er wisse nicht, wie er sich verhalten solle, was er tun soll. Doch ich versicherte ihm, dass er seine Sache gut mache. Zurückstreicheln sei schon mal ein guter Anfang, da ich auch schon Typen erlebt habe, die liegen steif wie ein Brett da und rühren sich überhaupt nicht. Da sei er schon ganz anders und gut damit unterwegs. Das schien ihn zu beruhigen und er entspannte sich noch mehr. Was mich jedoch überrascht hatte war, dass er relativ schnell mit der Hand den Weg in mein Schlafshirt gesucht hatte – mit der Hand auf dem Weg zu meiner Brust. Gut, ich wusste, dass er keine Jungfrau mehr war, denn eine Freundin hatte er schon gehabt (die seiner Erzählung nach aber auch sehr verklemmt gewesen war) aber trotzdem war ich perplex, weil er mir doch verbal einen ganz anderen Eindruck vermittelt hatte.

Das Kuscheln war schön und wurde immer intensiver, sodass er in weiterer Folge es dauernd einforderte, dass ich sein Glied mit der Hand bearbeite. Da er beschnitten war, war das ganz schön anstrengend… Ich hatte aber nicht richtig Bock drauf, denn eigentlich war ich im Kuschelmodus gewesen. Dennoch hatte er es geschafft, dass ich ziemlich feucht war und er mich dann fingern konnte. Die Feuchtigkeit meiner Muschi erstaunte ihn sehr. Ich sei erst die dritte die er gefingert habe, aber SOWAS habe er noch nie erlebt…

Mit dem Kuscheln kommt die Entspannung und mit der Entspannung die Erregung…

Am Anfang hatte ich ihn noch eingebremst von wegen langsamer küssen, langsameres Streicheln (eine Hand die wie ein Scheibenwischer über meine Wange fährt is halt doch nicht so sexy und anturnend…) aber als ich dann auch erregungstechnisch in Fahrt gekommen war, wurde es auch von meiner Seite intensiver und dann ging es leidenschaftlicher dahin. Beide hatten wir nicht damit gerechnet, dass die Chemie so schnell so gut zwischen uns passen würde.

Als ich Michael auf das Lecken ansprach, lehnte er ab, denn dazu müsse er eine Frau „körperlich schon länger“ kennen. Okay. Soll so sein, aber gleiches mit gleichem: Ich hatte dann auch keine Lust ihm einen zu blasen. Also ging es nur mit gegenseitiger Handarbeit dahin, bis der Satz von ihm fiel: „Vielleicht kann ich dich ja auch mit was anderem in Extase bringen…“ Ich: „Womit denn?“ Er: „Lass dich überraschen.“ Er stand auf und machte das was ich vermutet hatte: Er holte grinsend Kondome. Na echt jetzt? Voll Klischee, sowas von nicht-überraschend…

In dem Moment als Michael schon nah dran war, eines davon zu öffnen, lehnte ich ab, dass er das zulassen soll. „Warum?“ fragte er verdutzt. Ich: „Weil es nicht immer Sex sein muss.“ „Aso, ja auch wieder wahr“, hatte er dann geantwortet und damit BAM BAM BAM… war seine sexuelle Lust merkbar und offensichtlich in den Keller gerutscht. Wie verpufft die ganze Energie, die sich vorher noch im Raum aufgestaut hatte. Er steckte mir planlos seine Finger nochmal in meine Muschi aber ich unterband das nach wenigen Bewegungen, weil es mir unter diesen Umständen auch nichts mehr gegeben hatte. Also meinte ich dann zu ihm, dass es wohl langsam an der Zeit wäre für ihn schlafen zu gehen, da es ja schon spät sei (wir hatten inzwischen gut 1,5h gekuschelt, geknutscht und Petting gehabt). Wir waren uns dann einig, dass das so nix mehr bringt und er bestätigte mir, dass er nun einen Dämpfer bekommen habe und seine Lust somit dahin sei. Mir kam das eh ganz recht denn ich will nimma über meinen Körper gehen und nur etwas tun, was andere von mir sich wünschen dass ich (mit ihnen) tu.

Also ging er dann nochmal kalt duschen und ich verzog mich zurück auf meinen Couchplatz. Nach dem Duschen kam er zu mir und sprach die ganze Situation doch nochmal an. Er habe nichts kaputt machen wollen. Ich sagte ihm, dass man nur was kaputt macht, wenn man findet, dass man was kaputt gemacht hat. Wieso ich dann eigentlich als es in Richtung Sex ging so abgeblockt habe wollte er dann von mir wissen. Na bitte, geht ja! Eben: Nachfragen hilft. Nur wer fragt bekommt Antworten. Ich erklärte ihm, dass ich – so wie er seine Prinzipien hat – ich auch die meinen habe. Und die sind. Ich will mit keinem anderen mehr außer meinem Freund Sex haben. Ich hab es probiert, 2x aber ich pack es emotional einfach nicht. Dafür hatte er dann auch Verständnis und konnte es nachvollziehen. Dann meinte er, dass es trotzdem schön gewesen sei, bedankte er sich zufrieden-aussehnd mit einem Gute-Nacht-Bussi bei mir und wünschte mit eine Gute Nacht. Ich ihm ebenso. 🙂 Na bitte, geht ja. Es muss eben nicht immer Sex sein.

 

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