Fetischbefriedigung ODER: Kritik an meiner Vorgehensweise

Konrad, Jahrgang 1991 schrieb mir unlängst eine supertolle, lange Mail, dass er mein Inserat entdeckt habe und sich genau deshalb überhaupt erst auf dieser Seite registriert habe – um mir schreiben zu können. Es folgten einige lange Mails hin und her, wo wir uns beide einander öffneten, bis letztendlich für’s Erste unser Gesprächsstoff erschöpft war. Dann fragte ich nach:

Wie fühlst du dich aktuell mit unserem Kontakt?

ER: Schwer auszudrücken. Ich schreibe einfach was mir gerade durch den Kopf geht. Teilweise fühlt es sich komisch an Fragen zu beantworten, über die ich eigentlich lieber nur persönlich reden will. Ich fand es zuerst super wie begeistert und zügig du am Anfang geantwortet hast, immerhin ist es doch ein sehr persönliches Thema und es kostete etwas Überwindung überhaupt auf senden zu klicken. Dass dann einfach so nichts mehr kam und ich später nur durch Zufall gelesen habe, dass du weg bist war ein sehr enttäuschendes Gefühl.
Unabhängig davon finde ich dich als Person sehr interessant und du ermöglichst mir Einblicke in neue Weltanschauungen. Neue Blickwinkel sind immer eine Bereicherung.

ICH: Ich antworte dann, wann ich Zeit – und vor allem den Kopf dafür hab um zu antworten.

Mir kam es so vor, als sei am Anfang alles gut gewesen doch irgendwie is die Euphorie deinerseits dann in Sachlichkeit abgedriftet. In den letzten Mails kam für mich kaum bis gar keine Emotion mehr rüber.

 

Meine heutige Kritik-Mail im Postfach:

Du warst euphorisch und dann kam immer weniger. Ich war nie euphorisch, bin es selten. Du solltest dich an deinen eigenen Ratschlag halten und nachfragen. Ich habe es getan, weil du plötzlich so distanziert warst und es kam nur das Übliche „passt eh alles“.  Du hast einfach kein Interesse mehr, weil dein Fetischdetektor nicht anspringt und deshalb hast du nur halbherzig geantwortet.

Ich denke, ich habe dich als Person falsch eingeschätzt und das Gespräch wird nicht mehr zielführend. Du scheinst nicht wirklich „helfen“ zu wollen, sondern nur nach Leuten, die deinen Fetisch befriedigen zu suchen. Außerdem schreibst du anderen gerne vor was sie tun sollen.  Nach einem „hochsensiblen Empathen“ hört sich das nicht an. Außerdem wäre es respektvoll bei solchen Themen seinen richtigen Namen zu erwähnen. Du brauchst dir nicht die Mühe zu machen zu antworten, ich logge mich nicht mehr ein. Mach’s gut, Mina (oder wie du auch heißen magst)!

 

In seinem Fall tut es mir nicht weh so „abgewürgt“ zu werden und ich kann mit seiner Kritik gut umgehen.  Das ist halt SEINE Sichtweise und das – was auch immer er sich unter mir, „Mina“ vorgestellt hat, das erfülle ich nun mal nicht.  Soll es auch geben. Ich bin nicht da um die Erwartungen anderer zu erfüllen – das musste ich auch erst lernen.

Das was ich befriedigen will, ist sehr wohl mein „Helfersyndrom“ (ja, das ist mir bewusst) – aber nicht um jeden Preis – ich bin keine Mutter Theresa und auch keine Professionelle, die Geld für solch eine „Leistung“ bekommt. Ich mache das aus privater Intention heraus und da gilt es, bewusst hinzuschauen und vor allem hinzuSPÜREN, was für MICH ist stimmig und was nicht.

Inzwischen ziehe ich sehr wohl mehr die Grenzen als früher und lasse viel weniger zu, gebe viel weniger Energie von mir her und schau mehr auf mich und MEINE Bedürfnisse – ist ja schließlich MEIN Leben, in dem ich auch die Hauptrolle spielen sollte. Wenn es passt, dann is es gut, wenn nicht, dann leb‘ ich mein Leben auch so weiter.

Empath mit Helfersyndrom bin und bleibe ich trotzdem – aber ICH entscheide selbst, auf wen ich mich WIE INTENSIV einlasse.

 

und dann habe ich gelernt

Ein Gedanke zu “Fetischbefriedigung ODER: Kritik an meiner Vorgehensweise

  1. Es ist wichtig die eigenen Grenzen zu beachten. Wenn man seine eigenen roten Linien ständig überschreitet verwundert es auch nicht wenn andere sämtliche Barrieren durchbrechen. Wer sich als Sklave verhält wird wie ein Sklave behandelt. Von daher finde ich die klaren Worte richtig!

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