Momo die Schildkröte ODER: fesch & nerdig sein, ist nicht alles

Mein nächstes Kennenlerntreffen mich erneut auf die Donauinsel zum Spazierengehen. Er hieß Moses, aber weil ihm – verständlicherweise – der Name zu biblisch war, wollte er „Momo“ genannt werden – was auch wesentlich besser zu ihm passte.

Momo war 20 Jahre jung, trug eine Brille und war halb Österreicher, halb Inder, was ihm mit seinen schwarzen Haaren und dunklen Teint auch anzusehen war. Er war einer der wenigen, von denen ich vorab ein Ganzkörperbild mit Gesicht gesehen hatte, weil ich – ohne gefragt zu werden – von ihm online in den Privatnachrichten zwangsbeglückt wurde. Er hatte mich wegen meines Fetisches angeschrieben, weil ich unlängst ein Inserat dazu geschrieben hatte. (Siehe auch: Mailflut bzw. Überforderung.)

EIGENTLICH wusste ich schon im Vorfeld auf Grund der „schwachen“ Konversation, dass es nichts werden würde, aber er war halt fesch (ganz mein Typ). Untenrum auch gut ausgestattet (ja, es war ein komplettes Nacktbild das er mir da von sich geschickt hatte) und mit seinem längerem Haar und den „nerdigen“ Interessen (wie der Manga-und-Anime-Szene). Aber als dann vor mir, pünktlich am vereinbarten Treffpunkt stand und wir uns die Hand gaben, wusste ich: nee, das wird nix.

Erstens: er hatte mir total lasch – ja schon richtig „tuntig-schwul“ – die Hand gegeben. Zweitens: er hatte eine leicht gekrümmte Haltung, mit der er kleiner war als ich – und ich bin mit meinen 165 schon nicht wirklich groß. Wenn er aufrecht gegangen wäre, wäre er dann vielleicht genau so groß wie ich gewesen. Auf Grund seiner gekrümmten Haltung wirkte er wie eine Schildkröte, was seine faltenwerfende Haube (= Mütze) nur noch visuell verstärkte.

Ich wurde neulich erst geragt worauf ich bei einem Mann stehe – und da gehört für mich eine aufrechte (nicht buckelig-gekrümmte Haltung) einfach dazu.

Naja und dann gewährte ich ihm innerlich eine halbe Stunde. Immerhin sei ich die erste gewesen, die er aus diese Forum trifft – weil ich auch aufgetaucht bin. Die anderen seien nie erschienen oder hätten auf last minute abgesagt.

Wir gingen also den „kurzen Weg“ auf der Donauinsel spazieren und er bemühte sich sichtlich mit mir ins Gespräch zu kommen. Dennoch missfiel es mir, dass er zuerst über nichts anderes reden konnte, als über unseren gemeinsamen Fetisch.
Wie toll es doch wäre das mal endlich mit einer in Real ausprobieren zu dürfen und und und… LAAAAANGWEILIG…

Naja dann kamen irgendwann doch so die üblichen Fragen: „Und welche Hobbies hast du so?“ „Bist du gläubig?“ „Hast du dich schon mit vielen aus dem Forum getroffen? …

Aber letztenendes kehrte dann doch wieder Schweigen ein und wir gingen angespannt nebeneinander her, weswegen ich pünktlich nach einer halben Stunde das Trauerspiel beendete und mich respektvoll mit erneutem Händeschütteln verabschiedete.

Wie gesagt: Fesch sein ist leider nicht alles…

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