Von nackten Männern und dominanten Herrinnen

Neulich war ich zum ersten Mal auf einem CFNM-Event. CFNM steht für „clothed females, naked men“. Und so war es dann auch. Ich trat in die Location ein und alle Männer waren dort waren bereits nackt. Dementsprechend roch es für mich auch nach nackte Ärsche…

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An diesem Abend ging darum, dass die anwesenden, in-schwarz-gekleideten Damen (oder Herrinnen) nach Herzenslust schauen und zugreifen konnten. Für die Männer, war dies die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen zu erfahren wie es ist, bzw. was es heißt, den anwesenden Damen nackt und hilflos ausgeliefert zu sein.

Männer sind bei diesem Event „Freiwild“ und entschließen sich bewusst dazu, unwidersprochen den Anweisungen der Damen zu gehorchen.

Eingeteilt wurden die Herren in drei Kategorien (damit alle Frauen auf den ersten Blick klar war, was sie mit ihnen anstellen konnten (bzw. durften):

*) TM: „Touch me“ – er darf von jeder Dame überall angefasst werden.
*) SM: „Spank me“ – zusätzlich zu touch me, darf er von jeder Dame nach Lust und Laune verhaut und gezüchtigt werden.
*) UM: „Use me“ – einer universellen Benutzbarkeit ist hierbei keine Grenze gesetzt (dazu zählten natürlich auch diverse Fetische wie Natursektspielchen).

***

Ich war auf dieses Event durch ein ungebetenes, (aus heiterem Himmel erhaltenes) Mail in einem Erotikforum von einem Typen aufmerksam gemacht worden, der mich mit folgenden Worten dazu eingeladen:

„Guten Tag, Herrin!
Möchten Sie am 14. April an der XXXXXX-Bar zur CFNM-Veranstaltung teilnehmen? 🙂 „Eine Femdom Party: Nur Clothed Female – Naked Male“
http://www.event-szeneinfo.com/cfnm-122/

Ich würde gerne ein Sklave für Sie für den Abend zu sein.
Und ich würde gerne den ganzen Abend als Toilettensklave dienen.
Sie sagen sogar, dass sie ein spezielles Gerät für diese Art von Spielen haben.

Ich wäre der glücklichste Mann am Leben, wenn du die Einladung annimmst :):)

MBG A.“

Dem hab ich dann ordentlich meine Meinung gegeigt, wie ich denn nur zu so einer respektlosen Anfrage käme, von jemandem, der MEIN PROFIL offensichtlich ignoriert, wenn ich doch darin nichts, aber auch rein gar nichts darüber mitteile, dass ich a) eine Herrin bin (was nicht der Fall ist) noch b) ich derzeit überhaupt für Männerkontakte offen bin (da ich in meinem Profil gerade nur Frauen suche) und c) ich das unauthentisch finde, wenn er zuerst mich mit „Sie“ anschreibt und dann aber unten doch noch ins „du“ wechselt.

Natürlich kam dann nichts mehr zurück – obwohl ich eine Entschuldigung für die Belästigung schon nett gefunden hätt – wenn er mir doch vorher so auf die Tour gekommen war. (Aber immerhin hat es ihn zum Glück scheinbar nicht angeturnt, dass ich so angefahren hab.)

***

Hier nun meine persönlichen Eindrücke dazu:

Ich ging die Treppe hinunter, in das gut-beheizte, helle, freundliche Kellergewölbe in dem das Event stattgefunden hatte. Obwohl es erst 21:10 war (und offiziell auch erst vor 10 Minuten begonnen hatte) war es bereits gut besucht mit etwa 25 Personen. Genau wie es im Internet als Eventbeschreibung gestanden hatte, traf ich es auch vor:

Es wimmelte nur so von nackten Männern (von geschätzt 23-55 Jahren war so ziemlich alles vertreten) mit entweder nichts am Leib oder einem schwarzen Halsband. Gleich neben der Treppe standen fünf von ihnen hintereinander aufgereiht, um sich ihre Markierungen abzuholen. Auf den Oberarm war ihnen (auf deren Wunsch, wie weit sie heute Abend gehen möchten) entweder TM, SM, oder UM geschrieben worden. Auf deren Brust wurde dann ihr Vorname geschrieben. (An der Bar gab es dann eine Liste, wo dann durch ihren Namen ihre konsumierten Getränke eingetragen wurden, damit sie am Ende des Abends zahlen konnten – da ja nirgends für ihre Geldbörse Platz war.)

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Ich wurde freundlich – ja eigentlich fast schon herzlich – vom Personal empfangen, wurde darauf hingewiesen, dass es für die Damen an der Bar Prosecco gäbe und mir wurde viel Spaß gewünscht.

Da ich aktuell nichts in Lack oder Latex besitze, hatte ich mich für eine schwarze Hose, mit Nieten-besetztem Top und einen schwarzen raffiniert-geschnittenen Blazer entschieden, worin ich mich den ganzen Abend auch sehr wohl gefühlt hatte.

Und weil ich ja keine Alkohol trinke, erhielt ich an der Bar stattdessen Orangensaft im Sektglas. Damit begab ich mich dann zu einem der Stehtische und setzte mich auf einen Barhocker mit dem Blick zum Eingang um die Neuankömmlinge gut begutachten zu können.

Ich ertappte mich dabei, wie es mich öfters ordentliche Überwindung kostete, direkt „nach unten“ auf die Ausstattung der Herren zu schauen. Dabei war wirklich ALLES vertreten – sowohl von der Figur, mit extrem dünn, zu normal bis hin zu extremer Fettleibigkeitsschürze – als auch was die Schwanzparade betraf: Von einem Micropenis, zu „normalen“ Teilen, bis hin zu tollen, langen „Fleischpenissen“.

(Für alle Neulinge, die sich nicht mit dieser Bezeichnung auskennen: Es gibt zwei Arten, in die sich ein Penis nach der Pubertät entwickeln kann: Entweder zu einem „Fleischpenis“ [Der Fleischpenis sorgt schon im nicht-errigierten Zustand für prächtige Aussichten] und den „Blutpenis“ [er zeigt sich erst in seiner vollen Größe wenn es zu einem Erregungszustand des Mannes kommt].
Ob Fleischpenis oder Blutpenis ist angeblich Vererbungssache.)

Kurz nachdem ich mich gesetzt hatte, hatte sich ein ansehnlicher Oberösterreicher (ich schätzte ihn etwa auf 35) beschriften lassen und fragte mich, nachdem er sich ein Cola von der Bar geholt hatte, ob er sich denn zu mir setzen dürfe. Ich gestattete es ihm, weil es auch in meinem Sinne war und er mir schon bei der Beschriftung ganz gut gefallen hatte. Wir plauderten entspannt und freundlich miteinander.

Generell war an diesem Abend die Stimmung überraschend locker. Es war wie in einem normalen Lokal, die Leute plauderten miteinander (die meisten davon an der Bar) nur dass die Männer eben nackt waren. Nichts ließ in mir den Eindruck von Anspannung oder Unterwürfigkeit aufkommen, was mich sehr freute und dadurch wesentlich zu meinem Wohlfühlgefühl beigetragen hatte.

Der Oberösterreicher berichtete mir dann, dass er extra für dieses Event nach Wien gekommen war. Er sei noch nie auf so etwas gewesen, aber er wollte sich diese Fantasie von einer Frau „benutzt werden“ einmal erfüllen. Deshalb habe er sich auch UM auf den Arm schreiben lassen. Und weil es sowohl für ihn, als auch für mich das erste Mal hier in dieser Location war, vergriff er sich (für mich) in der Wortwahl. Er meinte: „Na dann müssen wir unbedingt nachher gemeinsam durch die Räume schauen.“ Und da war es dann aus mit meiner guten Laune. „ICH MUSS GAR NIX!“ schoss es mir durch den Kopf, mein Lächeln entschwand und ich führte die Konversation nur noch mit ernstem Gesicht weiter. Doch ihm war keine Veränderung aufgefallen, er plauderte locker-flockig weiter als ob nichts gewesen wäre… Als ich dann merkte, wie ich vor lauter innerer Anspannung nur noch mit dem Fuß nervös und angespannt hin und her wippte, nahm ich das erstbeste Schlagwort dass er mir lieferte (in dem Fall war es anstrengend) und ich so zu ihm: „Apropos anstrengend, ich möchte bitte dass du dein Glas nimmst und weiterziehst.“ Da dies nun für ihn aus heiterem Himmel kam, fiel ihm durch meine Aussage erstmal seine Kinnlade runter. Er nahm es aber in weiterer Folge anstandslos hin und suchte das Weite.

Und ich hatte wieder freie Bahn um mich weiter umzusehen. Mal schauen, was der Abend noch so mit sich bringen würde…

Es war inzwischen 21:40 geworden und ich war auf der Suche nach einem Massage-Sklaven. Mein Objekt der Begierde war ein junger (geschätzt so 23-25) Jähriger, der „Florian“ auf seine Brust geschrieben gehabt hatte, mit den Armen hinterm Rücken im Eck auf den Boden starrte und scheinbar nur darauf zu warten schien, eine Aufgabe zugeteilt zu bekommen. Also ging ich zu ihm mit bestimmen Schritten hin und meinte mit ernster, dezent-dominanter Stimme zu ihm. „Hallo Florian“, sprach ich, „sag, kannst du massieren?“ „Ja“, sagte er mit piepsiger Stimme und wagte kaum mich anzublicken. Da mir das zu wenig war, meinte ich weiter: „Und? Kannst du’s gut?“ Er antwortete im weinerlichen Tonfall: „Ja, ich denke schon?“ Ich darauf (abgeturnt von seiner ZU devoten Art): „Okay, dann komme ich vielleicht später drauf zurück.“

Dann suchte ich mir den nächsten, der in der selben Position – auch auf den Boden starrend – auf Befehle zu waren schien. Bei Typ Nummer zwei (geschätzt auch so 35, 36) erhielt ich seine Antworten bezüglich massieren mit gebrochenem Deutsch. Aber das war mir dann egal, es ging ja um’s Massieren und nicht um eine tiefsinnige Konversation. Also bin ich mit ihm in einen hinteren, unbesuchten Raum gegangen und ließ mich dort mit meinem mitgebrachten Massageöl eine gefühlte 3/4 Stunde von seinen kräftigen Männerhänden am Rücken massieren. Das hatte sooo gut getan und war sowas von nötig gewesen! Er war ein Russe, der seit 2 Jahren in Wien lebt und er hat auch vor hier zu bleiben. Viel haben wir nicht geredet, wie gesagt, dies stand ja auch nicht im Vordergrund.

Nachdem ich ihn aus seinen Diensten entlassen hatte, traf ich dann auf eine ganz liebe Freundin von mir (22 Jahre jung), die mich 2017 im Erotikforum angeschrieben hatte. Seither stehen wir in supertollen, platoischem Kontakt zueinander. Sie und ihre zwei Kurskolleginnen vom Sexualpädagogikworkshop hatten sich zu späterer Stunde kurzerhand entschlossen gehabt, diesem Treiben zwecks „Feldforschung“ beizuwohnen. Mich freute es sehr und die anderen zwei Ladies waren erstmal sichtlich ein Wenig überfordert und noch seeeehr zurückhaltend. Meine Freundin hingegen hatte nicht lange gefackelt und hatte gleich zu Beginn einem jungen Sklaven an der Bar dazu aufgefordert gehabt, ihr einen Prosecco zu bringen. ^^

Ich erzählte ihr dann, wie es bis jetzt für mich gewesen war und schwärmte von meiner Massage. (Keine Ahnung wann ich das letzte Mal so gut und intensiv durchgeknetet worden war.)

Es war dann schon nach 23:00 als ich dann auch noch eine ganz Liebe (35) ausm Erotikforum mit ihrem Sub-Freund entdeckt hatte, zu der ich mich dann gesellt und wir angenehm geplaudert hatten.

Um 23:30 hatte es dann eine „Mitternachtseinlage“ mit den Sklaven gegeben. Jeder von ihnen hatte eine kleine Aufgabe zu erfüllen. Nach der Mitternachtseinlage war ich dann dahin, weil ich zu einem anderen Event noch wollte.

Wenngleich ich keine „klassische Domina“ sondern Switcherin bin und nur „mal schauen“ wollte, wie ich auf dieses Szenario reagiere, so hat es mir doch gut gefallen und ich hab mich dort sehr wohl gefühlt, sodass ich gerne wieder dort hin gehen möchte/werde.

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