Ich bin die Übergangsfreundin

Ich bin die Übergangsfreundin – vielleicht ja sogar einmal deine. Ich komme dann ins Spiel, wenn sich junge Männer an mich wenden, weil sie Erfahrungen sammeln wollen, sich einfach wieder „unter Menschen“ wagen bzw. sich in die „Damenwelt“ hineinbegeben wollen oder um über Unsicherheiten zu sprechen, welche sie letztendlich auch überwinden wollen.

In den letzen Monaten machte ich ziemlich ähnliche Erfahrungen: Ich schrieb (oder traf mich) mit jungen Männern (unter 30) und ehe ich mich versah, verabschiedeten sie sich auch schon wieder aus meinem Leben oder zogen sich bewusst zurück, weil sie eine kennengelernt haben, die es ihnen sehr angetan hat.

Heute habe ich folgendes SMS von einem 1996er Jahrgang erhalten:

Hey, nach langer Zeit wollte ich mich wieder melden. Seitdem wir und das letzte Mal gesehen haben, ist einiges passiert. Ich habe während meiner Urlaubszeit eine junge Frau kennengelernt. Wir verstehen uns gut und vielleicht könnte daraus tatsächlich mehr werden.
Ich hoffe, du bist mir nicht böse aber ich möchte in den nächsten Tagen und Wochen sehr viel Zeit mit diesem Menschen verbringen. Ich bin dir auf jeden Fall unendlich dankbar, dass du mir in gewisser Weise den Zugang dazu ermöglicht hast. Es hat einfach gut getan, endlich über meine Vergangenheit zu sprechen und ja ich habe dadurch in gewisser Weise an Selbstvertrauen gewonnen.

Derzeit wird sich ein Treffen nicht ausgehen. Vor allem, da meine Praktikumszeit jetzt wieder anfängt. Wie gesagt: Danke dass du mir dein Vertrauen geschenkt hast, das hat mir sehr gut getan.

Ich antwortete unmittelbar darauf: Danke für deine ehrlichen Worte. 🙂 Viel Spaß, genieß die Zeit und vielleicht geht sich’s ja für dich nach Zeit und Lust noch aus, dass du im November zu meiner Geburtstagsparty vorbeischaust. Bis dahin alles Liebe und Gute. 🙂

Und das meinte ich ernst. Ich gönne es ihm. Ich gönne es jedem, der sein Glück da draußen dann findet und sich nicht auf mich fixiert oder sich gar in mich verliebt. Denn wie gesagt, ich bin nur die Übergangsfreundin, ich bin da zu helfen, zu bestärken, zum Erfahrungsschatz-erweitern um ihn dann wieder in die „große weite Welt“ zu entlassen.

Natürlich wünsche ich mir zwar, dass die freundschaftliche Verbindung (wenn sie einmal aufgebaut wurde) erhalten bleibt wenn das „Plus“ wegfällt, aber ich kann es natürlich auch verstehen, wenn man gerade so drin is im Liebesrausch, dass alles andere erstmal ausgeblendet und sich auf die Angebetete konzentriert. Vorausgesetzt, man macht es so wie es dieser junge Mann gemacht hat: es mir erklären – auf respektvolle Art und Weise. Mich (bzw. meine Sms) hingegen zu ignorieren oder mir aus heiterem Himmel eine Sms hinknallen mit „Wir legen den Kontakt mal auf Eis.“ nachdem man mich – ebenso aus heiterem Himmel- in diversen sozialen Medien „entfreundet“ hat (ja ich spreche da aus Erfahrung) finde ich unter aller Sau.

Meine Erfahrungen hierbei haben mir gezeigt, dass es nicht wichtig ist wie lange man sich kennt (diesen jungen 1996er hatte nur 2x getroffen) sondern wer in der Lage ist respektvoll und wertschätzend zu agieren und wer nicht. Von der anderen Person die mich einfach so „entfreundet“ hat, bin ich maßlos enttäuscht.

Naja… jedenfalls… ich mache weiter – so oder so. Ich mache gerne weiter, egal ob man es nun als „Helfersyndrom“ bezeichnet oder sonst wie. Denn heißt es in diesem Lied von Miquel Brown: So many men, so little time…. 😉

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s