Das Lehrer-Schüler-Verhältnis

ODER:  Wenn die Lehrerin auch noch was von ihrem Schüler lernt

Mein aktueller „Schüler“ heißt Benjamin. Er ist süße 20 und wurde mir durch einen gemeinsamen Freund vorgestellt. Dieser hatte mir unlängst ein Sms geschrieben, worin er meinte, er hätte da einen unerfahrenen „Nerd“ für mich. Ich fing natürlich sofort Feuer und rief ihn zurück.

Dann erzählte er mir, dass das Thema Fetische unlängst an einem Abend unter Freunden aufgekommen sei und Benjamin habe da einen besonderen Fetisch: Analdildos. Ja gut, jedem das Seite. Aber im Zuge dessen kam an besagtem Abend auch heraus, dass dieser noch nie ein Mädel geküsst habe – geschweige denn andere Aktivitäten vollzogen. Also ließ ich mir Benjamins Nummer geben (natürlich in Absprache mit unserem gemeinsamen Freund ob er interessiert an einem Kennenlernen mit mir wäre) und rief ihn prompt an. Nach nichtmal einer halben Stunde telefonieren wurde spontan ein Treffen für den nächsten Tag vereinbart.

1. Treffen – das Blindmeeting:

Wir trafen uns am Bahnhof und gingen zum Griechen Mittagessen. Schon bei der Begrüßung freute ich mich, weil vom Typ her sprach er mich genau an. Er hatte eine angenehm ruhige Art, nicht zu aufdringlich aber auch nicht zu schüchtern. Irgendwann zwischen Hauptspeise und Nachspeise äußerte ich, dass ich mir durchaus vorstellen könnte, ihn zu küssen. Selbiges sei bei ihm der Fall. Auch das freute mich voll. Das waren ja schon mal gute Aussichten. ^^

Nach dem Essen waren wir dann spazieren und bei einem Spielplatz, setzten wir uns auf eine Parkbank, plauderten weiter über Gott und die Welt, bis ich innerlich schon langsam ungeduldig wurde und ihm verheißungsvolle Blicke zuwarf. Er bemerkte diese und war aber total unsicher. Er sagte, er sei schlecht im „Situationen deuten“ und „Momente erkennen“. Ich sagte ihm, so schlecht sei er ja gar nicht, denn jetzt erkenne er ja auch, dass irgendwas anders sei. Nur den ersten Schritt zu machen, das traute er sich dann eben nicht. Und da waren wir wieder bei der Misere: Ich bin eine Frau, die will/erwartet, dass der erste Schritt zum Kuss vom Mann ausgeht und er zu schüchtern, um diesen zu wagen obwohl er es gern würde. Also hab ich ihn mal umarmt. Und das war gut so, denn das fühlte sich nicht nur für uns beide sehr angenehm an, sondern erleichterte irgendwie uns beide. Mich, weil ich Körperkontakt mit ihm bekam und ihn, weil es ihn ein wenig entspannte. Tja und irgendwann war es dann so weit: unsere Lippen kamen einander näher und so hatte er seinen ersten Kuss. Gar nicht mal schlecht für’s erste Mal nur etwas zu schnell. Er war happy, ich war happy und beide waren wir vollgepumt mit Glückshormonen und einem Gefühl der Erregung. Da ich danach noch einen Termin hatte, war das schon gut so wie’s war für’s erste Treffen. Er brachte mich noch zum Bahnhof und wir wollten uns bald wiedertreffen. Er hatte sich dann noch bei mir bedankt, dass ich mit meiner Umarmung ein wenig „den Wind aus den Segeln“ genommen habe, weil das habe ihn ein wenig von seiner Nervosität runtergeholt.

PS: Was ich auch gut fand: Er spielt mit offenen Karten. Er hat mir gesagt, dass es da aktuell eine 19 jährige Salzburgerin gibt mit der er schreibt, und die er morgen in Sbg besuchen will. Aber auch ich war sehr ehrlich und direkt und sagte ihm, dass ich froh war, dass er seinen ersten Kuss mit mir hatte und fügte hinzu: „Ich mein, es kommt eh wie’s kommt und man soll nichts erzwingen, aber falls du den mit ihr dann gehabt hättest, hätte das schon ein wenig an meinem Ego gekratzt.“ ^^

2. Treffen – Petting auf der Donauinsel

Wenige Tage später, es war ein heißer Tag und ich schlug vor, dass er sich die Badesachen einpacken solle, weil ich gern mit ihm zur Donau gehen wolle. Gesagt, getan. Ich führte ihn zu einem abgeschiedenen Plätzchen wo wir umringt von Sträuchern, wie in einer Art Nest nahe dem Wasser lagen. Dort breiteten wir unsere Decken aus und kuschelten. Er hatte von sich aus, unaufgefordert eine beschichtete Picknickdecke mitgebracht, das hatte mir imponiert (ich liebe es wenn Männer mitdenken und nicht Frau alles organisieren muss (-: ).

Aber wenngleich es ein strahlend schöner Tag war, lief nicht wirklich viel, denn ich hatte noch mit einer Verkühlung zu kämpfen. Also war Küssen schon mal nicht drin. Ich sagte ihm, mir sei es egal, es läge an ihm ob er Gefahr laufen wolle sich anzustecken oder nicht. Er entschied sich dazu mich nicht zu küssen – aus praktischen Gründen – weil er lieber dieses eine Mal verzichtet und mich dafür dann wieder im genesenen Zustand knutscht. Okay, ich nahm es mal so hin, war aber gespannt, ob dem auch wirklich so ist. In weiterer Folge hab ich im Laufe des Nachmittags dann seinen Oberkörper abgebusselt und durfte auch mit der Hand in seine Hose, aber trotz aller Erregung blieb er konsequent und stand zu seinem Wort mich diesmal nicht zu küssen. Wenngleich ich es einerseits sehr schade gefunden hatte, so imponierte mir dies andererseits doch schon auch – ein Mann der zu seinem Wort steht! Fand ich extrem gut.

PS: Wegen der Salzburgerin: Er hatte geglaubt, es sei sowas wie ein Date doch für sie, war es nur ein reines Kennenlerntreffen. Deshalb sei nichts gelaufen. Aber sie hatten trotzdem eine sehr schöne Zeit miteinander verbracht und es lustig gehabt. Grundsätzlich hätte sie schon Interesse ihn auch zu „daten“ und zu schauen wie es dann läuft, aber sie habe andererseits auch Bedenken, weil sie so weit auseinander wohnen.

3. Treffen – Kino und im Anschluss zu sich nach Hause

Gestern war es dann so weit. Schneller als gedacht, wurde ich zu ihm nach Hause eingeladen. Da ich derzeit dringend von meinem anstrengenden Alltag Tapetenwechsel brauchte, hab ich ihm vorgestern vorgeschlagen, ob er mich ins Kino begleiten möchte und er hatte gleich zugesagt. Nach dem was wir beide schon miteinander erlebt hatten, war ich klar auch von Körperkontakt ausgegangen. Deshalb schrieb ich ihm zum Abschluss in der Sms: „Gut, dann freu ich mich schon auf dich morgen und auf’s Kuscheln im Kino.“ Er antwortete, er freue sich auch schon.

Ja und dann kam alles anders. Es war einer von den kleineren Kinosälen, der eher überschaubar war. Und wenngleich wir auch praktischerweise einen „Kuschelsitz“ hatten, wo man die Armlehne raufklappen kann, so kam von seiner Seite aus keine Berührung. Er blieb auf seiner Seite und es wirkte, als würde er mein Streicheln auf seinem Arm nur übersich ergehen lassen. Kurz bevor der Film anfing, fragte ich ihn, ob ich aufhören soll. „Wie du willst.“, war seine Antwort. Wie bitte? Wie ich will?! Klingt ja sehr nach „is mir egal“. )-: Aber dann fügte er noch hinzu: „Ich hab ma ’dacht, das hebn ma uns für später auf.“ Ich war empört. Ich schaffte es gerade noch ein „ok alles klar“ hervorzupressen und war mega frustriert. Is ja nicht so, dass ich ihm im Kinosaal einen blasen wollte! Einfach nur kuscheln, Händchen halten, irgendwas mit Körperkontakt! Aber gar nix davon…? Da hätt‘ ich dann gleich alleine ins Kino gehen können, wär auf’s Selbe hinausgelaufen. -.- Also zog ich mich auf meine Seite zurück und schmollte vor mich hin. Ich war schon drauf und dran danach gleich zu mir heimzufahren, wenn er die Situation nicht nach’m Kino klären hätte wollen. Aber da wartete ich noch ab und wollte sehen, ob und was auf mich zukommen würde.

Geständnisse und Erkenntnisse

Nach dem Film suchte er aber dann tatsächlich das Gespräch mit mir. Er entschuldigte sich bei mir, dass es „so blöd gelaufen“ sei, aber er habe es selbst nicht gewusst dass er so reagieren würde. Immerhin war ich auch hier sein erstes „Kinodate“. Er hatte für sich festgestellt, dass er sich im Kino mit solchen Sachen wie Streicheleinheiten unwohl und beobachtet fühlt. Und dieses Geständnis besänftigte erstmal meinen gröbsten Frust. Und für mich als „Lehrerin“ war das somit auch wieder ein dazulernen, weil wenn man es nicht ausprobiert, woher soll man es dann wissen? (- Is doch logisch.) Ihm deswegen böse zu sein, wär wie „a Schuss ins Knie“ – also total kontraproduktiv.

Dann gingen wir was essen und auch die warme Mahlzeit besänftigte mich weiter. Dennoch war ich aber verwirrt und unsicher was ich nun tun sollte. So wie er sich nicht auf Knopfdruck im Kino entspannen (und Intimität zulassen) kann, so kann ich selbiges nicht von gleich auf sofort und so tun als wäre nichts gewesen -trotz Entschuldigung. Wenngleich es mir nun durch die Umstände zunehmend besser ging, so war ich nach wie vor hin und her gerissen zwischen heimfahren und doch noch mit zu ihm.

Als ich dann so schweigend mein Essen einnahm, stellte er mir dann punktgenau die richtige Frage: „Na, was beschäftigt dich?“ Ich lächelte schwach aber erfreut und hielt den Daumen nach oben. Dann äußerte ich auch ganz direkt, dass er genau die richtige Frage gestellt hatte und erklärte ihm meine Situation mit dem emotionalen hin und her gerissen sein. Er meinte, er könne mich verstehen. Ganz nüchtern, sachlich, ohne jegliches Drama auf Zwang und schnell-schnell eine Lösung finden zu müssen. Was ich denn für mich bräuchte, wollte er darauf hin wissen. (Oh wow, also rethorisch war er total gut und machte alles genau richtig.) Ich zuckte ratlos mit den Schultern. Er schlug mir einen Spaziergang auf der Donauinsel vor (welche direkt vor uns lag, weil wir im Entertainment Center der Millenium City am Handelskai waren). Ich willigte ein und draußen an der frischen Luft entspannte ich mich noch mehr und es ging mir schon besser. Letztendlich hatte ich mich dann doch entschlossen mit zu ihm zu kommen, mit der Vorwarnung, dass ich für nichts garantieren könne. Aber das störte ihn nicht.

Von Mangas und dem Supergirl in seinem Bett

Um 23:25 waren wir dann bei ihm, also seinem Elternhaus, angekommen. An der Tür erwartete mich gleich mal ein lieber, freundlicher, flauschiger Hund. Wie ein Golden Retriever – nur in schwarz. Wir gingen hinauf in sein Zimmer und er zeigte mir stolz seine Manga-Sammlung und seine Manga-Figuren. Waren hübsch anzusehen, doch ich kann halt nicht wirklich was damit anfangen. Im Zimmer stand ein Einzelbett mit unterer, ausziehbarer Bettlade, worauf auch jemand zweites schlafen konnte. Mein Gedanke war diesbezüglich, dass ich es schade und unpraktisch fand, nicht auf der selben Höhe zu schlafen wie er, doch siehe da, das war ein mega-geniales Bett, dass so aufgeklappt werden konnte, dass man tatsächlich auf gleicher Höhe schlafen konnte! Juhu! (-:

Da ich heute unter Tags und unterwegs davon überrascht wurde, dass ich noch mit zu ihm kommen darf, war ich punkto Übernachtungssachen nicht ausgerüstet. Deshalb bat ich ihn um ein Schlafshirt und hatte daraufhin ein blaues Shirt mit dem Superman-Logo bekommen. ^^ Das Supergirl in seinem Bett. ^^ Als ich mir eine Hintergrunduntermalung wünschte, drehte er den Fernseher auf, wo gerade Navy CIS lief. Da freute sich Benjamin dann, denn es war seine Lieblingssendung. Na wie passend. Somit fühlte er sich wohl, ich mich auch und alles war gut.

Beim Fernsehen wurde dann gekuschelt und gekuschelt und gekuschelt. Ein intensives Kuscheln im angezogenen Zustand, dass durch Küssen, sich aneinander-reiben und Rücken streicheln seine Wirkung nicht verfehlte. Er war gekommen. Machte mir aber nix, denn ich war eh schon mehr müde als dass ich die Geilheit meinerseits auch beenden wollte. Er machte sich frisch, zog sich um, wir kuschelten und schliefen dann nebeneinander ein, ganz unspektakulär.

Neues tut sich auf

Am nächsten Tag schliefen wir uns beide aus und es lief irgendwie nix mehr. Ich hätt gern gewollt, aber er war nicht so recht in Stimmung… Also hab ich es mir kurzerhand selber gemacht, während er weitergedöst hat. Is nix dabei, selbst ist die Frau.

Als er mich dann gegen Mittag zum Bahnhof brachte, erfuhr ich dann ein weiteres Detail, was ich eigentlich – so finde ich – im Vorhinein wissen hätt sollen um ganz anders an die Sache ranzugehen. Besagte Salzburgerin, er habe amouröse Gefühle für sie! Na schön dass ich das nun auch erfahren hab! Nicht dass mich die Tatsache gestört hat, dass dem so ist, sondern es hätte mir falsche Hoffnungen und Erwartungen erspart. Das im Nachhinein zu erfahren, da bin ich mir dann irgendwie ein wenig blöd vorgenommen. Er hatte mir noch beim Spielplatz damals vermittelt gehabt, dass er gerne weitere Erfahrungen mit mir machen möchte, aber so wie die Sachlage nun ist, wundert es mich gar nicht mehr, dass er von seiner Seite aus so wenig aktiv war…

Ich find, die schönsten Erfahrungen macht man eh, wenn man dabei verliebt ist und diese Verliebtheit auf Gegenseitigkeit beruht. Also kann ich ihm getrost seinem Schwarm überlassen und freue mich, wenn es mit den beiden was wird. Und, wie ich immer wieder betone: Dafür ist eine Freundschaft Plus schließlich da: Wenn sich einer in wen anderen verliebt, dann bleibt die Freundschaft an sich bestehen, wenn das „Plus“ wegfällt. Und das ist auch gut so, denn ich bin kein Mensch, der jemanden „benutzt“ und wegwirft. Wenn ich wen (zwischenmenschlich) in mein Herz geschlossen habe, dann will ich auch, dass er da ganz lang bleibt und Benjamin, ist auf einen ziemlich guten Weg dahin. (-:

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Ein Gedanke zu “Das Lehrer-Schüler-Verhältnis

  1. „Nerdige“ Typen sind eine Sache für sich. Ich mag nerdige Mädchen und finde sie meistens sehr sexy. Am besten so mit einer dunkelrandigen Brille und eher schmal. Da gibt es stille, die alles beobachten und wenig reden. Andere geben furchtbar an, haben aber keine Ahnung. Die stillen machen sichs lieber selbst mit der Brause oder mit dem Zahnbürstel. Die Angeberinnen wissen nicht viel über ihren Körper und schon gar nicht, wie sie einen Mann angreifen sollen. Beide sind gute „Schülerinnen“, wenn du sie zum Blühen bringen kannst. Die stillen werden anhänglich, aber manchmal auch furchtbar eifersüchtig. Die Schnattergänschen werden vielleicht unersättlich, du läufst aber Gefahr, dass sie es überall herum erzählen. Ist schon eine Sache für sich. Wie ist das mit deinen Bürschchen?

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