Fingereinsatz ODER: „Das kannst du doch nicht machen!“

Unsere Finger sind nicht nur geeignete, nützliche Greifwerkzeuge sondern auch ideale Beschäftigungswerkzeuge. Manche spielten sich selbst damit und manchmal spielt man auch bei anderen mit ihnen.

Welches „Spiel“ (als Beschäftigungstherapie) mir jedoch gar nicht gefällt, ist das, des Nägelkauens. Egal ob Frau ob Mann, Junge oder Mädchen – irgendwie fällt es mir in letzter Zeit vermehrt ungut auf, dass die Leute in der Bahn oder U-Bahn Nägelkauen – ganz ungeniert und voller Hingebung bis ein Nagel nach dem anderen abgekaut ist. Ich finde das ekelig. Doch was tun, um nicht die „persönliche Freiheit“ des Gegenübers einzuschränken? Bei Entscheidungen gibt es gemäß dem „Entscheidungsdreieck“ 3 Möglichkeiten:

Love it
Change it
Leave it

Soll bedeuten:

*) Du beginnst die Situation entweder zu lieben und kannst ihr etwas Gutes abgewinnen
*) oder: du versuchst etwas daran zu verändern
*) oder: du gehst aus der Situation wenn du nichts daran ändern kannst

In meinem Fall bedeutete es bei dem jungen Mann (etwa 22 Jahre), der im Zug neben mir saß und kaute, und kaute und kaute, dass mein Geduldsfaden (der gehofft hatte, er würde doch nur kurzzeitig kauen) immer dünner und dünner und dünner wurde, ich mich dazu entschlossen hatte, dass beim nächsten Halt (wo ich wusste, dass viele Pendler aus- und umsteigen würden) ich mich auf die Suche nach einem neuen Sitzplatz war und auch fündig wurde. Also ging ich zurück, schnappte mir energisch meine Tasche und meine Jacke und verließ aufgebracht mit den Worten an ihn: „Und ich wünsche auch weiterhin noch guten Appetit!“ Das 6-er Abteil. Ich ließ ihn mit verdutztem und leicht verstörtem Blick zurück. Hier hatte ich mich somit aus der Situation rausgenommen.

Aber dann, wenige Tage später, saß dann (wieder in einem 6er Abteil) ein etwa 25 jähriges Mädel die ebenso leidenschaftlich an ihren Nägeln kaute während sie in ihrem Kindle las. Da war es mein Glück, dass ich noch ein Salzstangerl eingeteckt hatte. Nach meiner beginnenden Unruhe über ihr ungustiöses Verhalten schmiedete ich mir im Kopf die Worte zurecht und schwor mir, wenn sie nochmal kaut, dann sag ich’s ihr. So kam es also dann, dass ich, während sie wieder ihren Finger im Mund hatte, zu ihr sagte: „Falls noch Hunger besteht, ich hätt‘ da noch ein Salzstangerl anzubieten.“ Sie schüttelte irritiert den Kopf und blickte mich fragend an. Daraufhin fügte ich noch hinzu: „Dann müssen nicht immer die Nägel herhalten.“ Dies trieb ihr sichtbar die Schamesröte ins Gesicht (wir saßen gemeinsam mit 3 Männern um die 45 im Abteil) und man merkte ihr an, dass sie am liebsten in ihrem Sitz versunken wäre. Gut so. Ich hoffe, das hat sie so peinlich berührt, dass sie es auch künftig ganz lassen wird.

Einer Freundin hatte ich diese Erlebnisse erzählt und sie meinte: „Ja aber das kannst du doch nicht machen!“ Und ob ich das machen kann. Ich hab es ja schon gemacht – undzwar bewusst so, ohne jemanden direkt etwas zu verbieten oder diese Person zu beschimpfen. Ich find‘ sowas halt einfach nur grauslich. Wenn man bedenkt, was man da alles so unter Tags angreift… und dann einfach in den Mund damit. Nein danke!

Selbiges aber nicht nur mit dem Mund sondern auch mit der Muschi: Ich bestehe darauf, dass sich meine Spielpartner vor dem Petting die Hände waschen – auch im Swingerclub. Nachdem es mich schon 2x danach gejuckt hatte, als ich diese Personen nicht dazu gebeten hatte, war es mir eine Lehre. Ich finde, man kann mit seiner Gesundheit nie vorsichtig genug sein – man hat ja schließlich nur die eine.

Advertisements

2 Gedanken zu “Fingereinsatz ODER: „Das kannst du doch nicht machen!“

  1. Das hat schon was für sich. Von einem arbeitskollegen wurde ich einmal gefragt, warum ich mir VOR dem Pinkeln die Hände wasche. Blöde Frage! Was einer im Lauf des Tages alles angegriffen hätte ist sicher nicht für meinen Schwanz bestimmt! Was Hygiene anlangt sind aber auch manche Mädels sehr nachlässig. Du gehst vermutlich nicht mit dem selben Slip, den du den ganzen Arbeitstag getragen hast, zu einem intimen Date. Manche schon.

    Gefällt mir

    • Danke für deinen Einwurf. Ich kannte mal einen, der meinte, er benutze IMMER auch beim kleinen Geschäft, Klopapier, anstatt „ihn“ einfach nur abzuschütteln – wie es viele Geschlechtsgenossen tun. Das fand ich löblich. Er sagte, ja so sei er erzogen worden.

      Natürlich sind viele Mädels nachlässig, und ich frage mich woran das liegt. Ob es vielen tatsächlich egal ist? Aber du hast recht, wenn ich zu einem Date gehe, dann zieh‘ ich nach dem Duschen auch gleich einen frischen Slip an – für mich ist das eine Selbstverständlichkeit.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s