Fremde Hände

„Wir lassen uns treiben durch die Clubs der Stadt, durch fremde Hände und wir werden nicht satt. Wir wachen dann auf bei immer anderen Geliebten […]“ singt Frida Gold in ihrem Lied „Wovon sollen wir träumen“. Ich hab mir mal ein bisschen Gedanken darüber gemacht, über die Sache mit den Swingerclubs und den fremden Händen.

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(Emotional) Satt werden und sexuelle Befriedigung erfahren… das sind für mich zwei Paar Schuhe. Ich bin ein Mensch, der es immer wieder auf’s Neue spannend findet, neue Körper zu riechen, zu erkunden, zu spüren und durch „fremde Hände“ stimuliert zu werden (und ja, da zähle ich Streicheln auch schon als Form der Stimulation dazu).

Mag sein, dass es Menschen gibt, die One-Night-Stands Jahr aus, Jahr ein praktizieren, nur um sich nicht zu binden. Doch für mich ist das nichts. ONS – wenngleich manche von ihnen wirklich sexuell befriedigend sein können – sind mir auf Dauer zu hohl, da verhungert mir schlichtweg die Seele dabei. Deshalb plädiere ich (für mich) immer noch auf Freundschaft-Plus.

Theorie und Praxis

Es gibt Männer (und generell Kritiker), die behaupten, Freundschaft-Plus sei ein „Modewort“. Das würde in der Praxis gar nicht gut gehen. Doch es kann gut gehen – und da spreche ich aus Erfahrung. Natürlich ist es ein gewisses Spiel mit dem Feuer, denn auf Gefühle und auf Hormone gibt es nun mal keine Garantie (überhaupt seit der Entdeckung des Bindungshormons Oxytocin). Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Ich bin allerdings auch der Ansicht: Bevor man sich auf sowas einlässt, muss man sich (egal ob Mann oder Frau) erstmal selbst seiner bewusst werden ob man das (für sich selbst) überhaupt durchziehen kann. Denn wenn man sich insgeheim nach einer Partnerschaft sehnt und Freundschaft-Plus als Notnagel nimmt (so nach dem Motto: Besser als gar nichts.), dann kann es unter Umständen (auf Dauer) wohl sehr kompliziert werden. Weil diese Sehnsucht immer noch eine wesentliche Rolle spielt und möglicherweise früher oder später Wünsche auf die andere Person projiziert, die er/sie nicht erfüllen kann. Und dann ist ja da auch noch die Sache mit der Eifersucht: Kann man es wirklich aushalten, wenn man weiß, dass er/sie auch mit anderen schläft, weil es ja eben „nur Freundschaft-Plus“ ist? Ich kann euch hier gewiss kein Patentrezept liefern. Aber wie gesagt, ich finde, der Anfang von allem ist, sich selbst einmal kennenzulernen und sich seiner Wünsche, Bedürfnisse klar zu werden.

Der Blick in den Keller der Seele

Meiner Erfahrung nach, gibt es zu viele Menschen, die sich gar nicht mit sich selbst beschäftigen. Sie leben ihr Leben, mühen sich ab, werden krank und jammern dann, warum das gerade ihnen passieren musste. Ich hatte das Glück (unter anderem) über Astrologie und Human-Design mich und meinen „mitgebrachten Bauplan“ besser verstehen lernen zu dürfen. Egal auf welche Art und Weise man sich diesen Zugang beschafft (Psychologie, Erfahrungen, Tiroler-Zahlenrad, Schamanismus, Meditation und was es da in der Welt noch alles an Möglichkeiten gibt…), ich finde, der Zugang zu sich selbst ist unumgänglich. Wie sollen denn andere mit dir klar kommen, wenn du selbst nichtmal weißt wie du tickst und was deine WAHREN Bedürfnisse sind?

Klar, manchen schaudert davor, was sich im eigenen Keller der Seele befindet. Doch nur wenn wir hinschauen und zu uns selber finden, finden auch die (richtigen!) anderen zu uns und wir müssen uns nicht länger in fremde Hände begeben. (-:

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