Der Same im Kopf oder: „Wir sind dann mal im Schlafzimmer…“

Der Same im Kopf 

Manche Gedanken sind wie Samen:  Einmal in deinen Kopf „gepflanzt“, beginnen sie sich unaufhaltsam zu entfalten – ohne dass du es willst – es lässt dich einfach nicht mehr los.

Neulich z.B. gab’s wieder so eine Situation: Da war ich bei einer Freundin zu Besuch. Sie (25) erzählte mir, dass sie und ihr langjähriger Beziehungspartner (31) eine Abmachung getroffen haben. Wenn sie mit wem anderen schläft (der Wunsch diesbezüglich ging von ihr aus, ihre Beziehung „offener“ zu gestalten), soll er auch zum Zug kommen dürfen. Heißt also im Klartext: Ein Mädl für ihn muss her – als Ausgleich eben. Da er aber ein schüchterner PC-Nerd ist, der bevorzugt zu Hause hockt, wenn er nicht gerade in die Arbeit geht und demnach alles andere als ein „Aufreißertyp“ ist, ist ihre Initiative gefragt. Sie solle ihm „eine organisieren“. Ich skeptisch: „Aha. Und das heißt, er nimmt dann jede die du ihm vor die Nase setzt?“ Sie: „Nein, das wohl wahrscheinlich nicht.“ Dennoch hatte sie mich im Zuge dessen gefragt, ob ich nicht Lust dazu hätte – weil ich ja eh so offen mit meiner Sexualität (und dem Thema im Allgemeinen) umgehe. Mehr im Spaß eigentlich, mit einer schelmischen Aussage nach dem Motto: „Oder willst du dich ihm etwa annehmen?“ (-;

Es heißt ja, „in jedem Spaß steckt ein Körnchen Wahrheit“ hab ich mir mal sagen lassen. Und deshalb, ich weiß nicht,… jedenfalls is mein Kopfkino voll drauf angesprungen. Diesen Gedanken will mein Kopf nun nicht mehr loslassen. Frei raus hab ich ihr dann gesagt, was sie mir da „angetan“ hat. Sie musste lachen und versicherte mir, dass das ein Scherz gewesen sein sollte. Ja, eh, nur trotzdem: In meinem Kopf ist es seither einfach drin. Sie meinte dann, dass sie das aber sowieso komisch fände, wenn ich zu ihnen komm‘ (sie wohnen zusammen) und mich mit ihrem Freund ins Schlafzimmer verziehe, so nach dem Motto: „So, wir sind jetzt mal ‘ne Weile drüben…“

Na mal sehen wie diese Geschichte noch weitergeht…

***

Jemanden mit anderen Augen sehen

Da gibt es Bernd. Er ist der beste Freund von Daniel. Die beiden kennen sich schon viele Jahre und ich empfand ihn vom ersten Treffen an als voll okay. Als er mal wieder bei Daniel vorbeigeschaut hatte, hatte Daniel gerade seinen Laptop offen, weil er ihm was zeigen wollte. Als dann ein Hintergrundbild eingeblendet wurde, auf dem ein dünnes Frauenhinterteil im Bikinihöschen abgebildet war, sagte ich: „Na also der Arsch wär‘ nix für mich – viel zu dünn.“ Das ließ Bernd hellhörig werden. Und Daniel fügte größzügig hinzu: „Weil sie steht auch auf Frauen.“ Bernd machte große Augen. „Was echt?“ Ich grinsend: „Ja.“ Er: „Kein Scheiß oder?“ Ich (immer noch grinsend): „Nein.“ Er sah mich ungläubig an und sein Kopfkino war schon im vollen Gange. Ob ich dann auch schon einen Dreier gehabt hätte, wollte er wissen. Ich: „Ja sicher, mit einem zweiten Mann, einer zweiten Frau, ich hatte beides schon. Man kann ja nicht immer nur Schnitzel essen.“  Auch durch diese Aussage war er voll perplex und ich merkte, wie sich sein Blick für mich veränderte und mich musterte. Dass ich von der Figur her für ihn „gerade noch gehe“, wusste ich ja schon von einer früheren Plauderei bei Daniel.  (Er steht mehr auf Dünnere in High Heels, ist aber okay, Geschmäcker sind ja  immerhin verschieden und er ist sowieso nicht mein Typ.)

Auch als mich Bernd das nächste Mal wiedersah, hob er seine Augenbrauen und hatte dieses Funkeln in den Augen – ganz klar, er sieht mich ab nun in einem ganz anderen Licht (und wer weiß, vielleicht beneidet er Daniel sogar darum…^^).

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